Berlin-Wilmersdorf: Mehr Ordnung für den Thai-Markt

Das Bezirksamt präsentiert sein neues Konzept für den beliebten Streetfoodmarkt im Preußenpark.

Von Besuchern geliebt, von Anwohnern zunehmend kritisiert, wurden im vergangenen Jahr die Rufe nach einem neuen Konzept für den Thai-Streetfoodmarkt im Preußenpark immer lauter. Nun konnten sich Bezirksamt, das Integrationsbüro und die Verkäufer auf einige Rahmenpunkte einigen. Die bislang willkürlich platzierten Stände weichen einem „organisierten Marktgeschehen“, auf das die jetzigen Verkäufer von einem Betreiber vorbereitet werden soll.

Alle Akteure über Marktbeirat eingebunden

Die thailändische Gemeinschaft und das Bezirksamt sind über einen Marktbeirat in die Organisation eingebunden. „Die Weiterentwicklung zum Thai-Streetfoodmarkt im Preußenpark stellt sicher, dass hier auch weiterhin interkulturelle Begegnung zwischen Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund, Menschen ausländischer Staatsangehörigkeit, Neu- und Altberlinerinnen, zwischen Jung und Alt und zwischen Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten stattfindet, ohne dass es, wie in der Vergangenheit, zu Nutzungskonflikten und berechtigten rechtlichen Bedenken kommen muss“, sagt Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) zu den Planungen. Er freue sich, dass die thailändische Gemeinschaft auch zukünftig in den Betrieb eingebunden sein wird. „Unser Konzept zum Thai-Streetfoodmarkt schafft nun neue, legale und verlässliche Strukturen zum Verkauf von Speisen im Park unter Berücksichtigung aller lebensmittel- und veterinärrechtlichen Vorgaben“, ergänzt der zuständige Stadtrat Arne Herz (CDU).

Weniger Müll und mehr Ordnung

Zum neuen überarbeiteten Konzept gehören Öffnungszeiten von März bis Oktober, jeweils von Freitag bis Sonntag. Dann werden an circa 60 mobilen Ständen auf einer „entsprechend hergerichteten“ Verkaufsfläche an der Nordwestseite des Parks wie gewohnt, thailändische Speisen und Getränke angeboten. Laut Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) soll der Thai-Markt in Zukunft mit deutlich geringeren Belastungen für das Wohnumfeld und nach dem „Zero-Waste-Prinzip“ stattfinden. Vorgesehen ist unter anderem ein Pfandsystem für Geschirr.

Zusätzlich wird der Markt zentral organisiert. Ein gemeinnütziger Marktbetreiber wird eng mit allen Akteure zusammenarbeiten. Und es wird einen Marktbeirat geben, der gemeinsam über organisatorische Fragen beratschlagt. Diesen Marktbetreiber will das Bezirksamt noch in diesem Jahr auswählen. Bis der Markt in seinen neuen Normalbetrieb startet, wird aber noch etwas Zeit vergehen. Im kommenden Jahr ist aufgrund der geplanten Sanierung des Preußenparks erst einmal ein provisorischer Betrieb vorgesehen.

Datum: 16. Oktober 2020, Text: kr, Bild: imago images/Stefan Zeitz