Gericht kippt die Berliner Sperrstunde

Sperrstunde

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die wegen der Corona-Pandemie vom Senat beschlossene Sperrstunde in der Hauptstadt gekippt. 

Erleichterung für die Gastro-Betreiber! Die Sperrstunde galt gerade mal eine Woche und schon ist sie offensichtlich wieder Geschichte. Bars, Kneipen, Restaurants und Spätis müssen nun doch nicht um 23 Uhr schließen. Das sagte ein Gerichtssprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Mehrere Gastronomen hatten Eilanträge gegen die Verordnung eingereicht. Diese wurden vom Berliner Verwaltungsgericht angenommen.

An privaten Orten gibt es keine Kontrolle

Insgesamt hatten sich nach Angaben von Rechtsanwalt Niko Härting rund ein Dutzend Berliner Bars und Clubs gegen die Sperrstunde gewandt. Er geht davon aus, dass auch ihre Türen wieder nach 23 Uhr geöffnet bleiben dürfen.

Die Sperrstunde sei laut Antragstellern unverhältnismäßig. Mit einer Sperrstunde für die Gastronomie gehe demnach höchstens ein Kontrollverlust einher. Stattdessen träfen sich die Leute eben an anderen, privaten Orten, wo die Hygienemaßnahmen nicht kontrolliert werden könnten, so die Argumentation. 

Gastronomie “auf der Intensivstation”

Der Senat hatte erst kürzlich beschlossen, dass Restaurants, Bars, Kneipen und die meisten Geschäfte künftig zwischen 23 und 6 Uhr geschlossen sein müssen. Diese Maßnahme sollte den steigenden Infektionszahlen entgegenwirken. 

Die Kritik an der Sperrstunde als Maßnahme gegen das Coronavirus nimmt seitdem kein Ende. „Unsere Branche liegt auf er Intensivstation“, sagte etwa der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Thomas Lengfelder. 

Datum: 15. Oktober 2020, Text: red/ast, Bild: imago images / Seeliger