Ein Stadtquartier für Tempelhof

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In Tempelhof entsteht ein grünes Stadtquartier mit etwa 500 neuen Wohnungen.

In Tempelhof geht es wohl bald zur Sache. Dort soll nämlich ein „belebtes und facettenreiches“ Stadtquartier entstehen. Geplant sind rund 500 Wohnungen, neue Lösungen für die bestehenden Nutzungen und ein riesiges Kultur- und Bildungshaus. Vergangene Woche ist der intensive Austausch über das „Kooperative Werkstattverfahren“ zur Neuen Mitte Tempelhof erfolgreich zu Ende gegangen. Das Konzept von „Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus mit Treibhaus Landschaftsarchitektur“ hat sich durchgesetzt.

Fokus liegt auf zahlreiche Grünflächen

Rund um den Tempelhofer Platz sieht das Gewinnerkonzept neue Kultur- und Bildungsangebote, wie eine riesige Bibliothek und Volkshochschule, eine Rathauserweiterung und Flächen für Verwaltung, Büros sowie Gastronomie vor. Dabei soll der Fokus auf den Grünflächen liegen. Drei urbane Wohnhöfe, bestehend aus mehreren einzelnen Gebäuden, schaffen Wohnraum in den Obergeschossen.

In einer Pressemitteilung äußerte sich Wenke Christoph (Die Linke), Staatssekretärin bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, positiv über den Siegerentwurf: „Damit sind nun die Weichen gestellt, hier in Tempelhof ein attraktives und lebenswertes Stadtquartier zu entwickeln. Der hohe Anteil an Grünflächen, der geplante Neubau von Schwimmhalle, Bibliothek, Kultur- und Bildungshaus werden in den Bezirk ausstrahlen. Auch dank der erfolgreichen und fortzusetzenden Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger wird die Neue Mitte Tempelhof errichtet.“

Wohnungen am Rand des Tempelhofer Felds?

Doch das ist nicht die einzige Veränderung, die auf den Bezirk zukommen könnte. Die FDP will das Gesetz für ein freies Tempelhofer Feld kippen und eine Randbebauung ermöglichen. An den Rändern sollen demnach bis zu 12.000 Wohnungen entstehen, dazu Schulen und Sportflächen. Die Unterschriftensammlung dazu soll sofort beginnen.

2014 hatten fast 700.000 Bürger in einem Volksbegehren dafür gestimmt, das Feld frei zu lassen. Entschieden wird über die Frage, ob es wirklich zu einer Volksabstimmung kommt, wahrscheinlich erst im Jahr 2022. Das Thema Tempelhofer Feld dürfte zum Wahlkampfthema werden.

Datum: 8. Oktober 2020, Text: ast, Bild: Teleinternetcafe und Treibhaus