Neukölln: Aufregung um illegales Clan-Haus

Clan-Haus-Neukoelln

Ein illegal errichteter Flachbau neben dem beschlagnahmten Haus der stadtbekannten Clan-Familie R. soll weg

Eine Clan-Familie in Neukölln hat im Jahr 2018 ohne Genehmigung auf ihrem Grundstück ein Haus gebaut. Der Flachbau auf dem Grundstück der stadtbekannten Familie R. in Alt-Buckow muss nun jedoch abgerissen werden, wie das Bezirksamt gegenüber dem Berliner Abendblatt bestätigte. Der Flachbau war im Jahr 2018 ohne Genehmigung im Garten des rund 500 Quadratmeter großen, denkmalgeschützten Anwesens errichtet worden.

Anwohner kritisieren Ungleichbehandlung

Seit dem erhitzten sich an dem Bau die Gemüter. Es hagelte Beschwerden von Anwohnern, die sich ungleich behandelt fühlten, weil ihre regulär eingereichten Bauanträge abgelehnt wurden. Die CDU in Neukölln warf Baustadtrat Jochen Biedermann (Grüne) vor, aus Angst die Bearbeitung des Falls hinauszuzögern. Biedermann betonte hingegen, dass es keine Anweisung gebe, die Bearbeitung des Falles hinauszuzögern. Die lange Dauer des Verfahrens begründete er damit, dass es viel zu wenig Personal in der zuständigen Bau- und Wohnungsaufsicht (BWA) gebe und in Neukölln mindestens mehrere Hundert illegal errichtete beziehungsweise bauordnungswidrige Bauten stehen würden. Doch nun kommt offenbar Bewegung in die Sache.

Villa gehört jetzt dem Land Berlin

Die Bau- und Wohnungsaufsicht des Bezirksamtes hat den Flachbau besichtigt. Christian Berg, der Sprecher von Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD), teilte mit, dass der Flachbau rückgebaut werden muss. Der zuständige Fachbereich erarbeite derzeit das entsprechende Rückbauverfahren. „Mir liegen keine Hinweise darauf vor, wie sich der Eigentümer nach Erhalt des Bescheids verhalten wird, also wären alle Annahmen dazu spekulativ“, so Berg weiter. Bei Widersetzung wären verschiedene Schritte – von Ordnungsgeldern bis hin zu einer Ersatzvornahme durch das Bezirksamt, vorgesehen.

Eine Beschwerde der Familie R. gegen die Beschlagnahmung der gesamten Villa hat das Kammergericht abgewiesen, die Immobilie gehört nunmehr dem Land Berlin, wie die Staatsanwaltschaft via Twitter mitteilte. Hikel freut sich über diese Entscheidung: „Der Rechtsstaat gilt für alle, ausnahmslos. Das machen wir hier deutlich.“

Datum: 7. Oktober 2020, Text: Anna von Stefenelli, Bild: imago images/Olaf Wagner