Milieuschutz für Reinickendorf-West: Haushalte werden befragt

Scharnweberstrasse Reinickendorf

Verwaltung bittet Bewohner um Mitwirkung bei der Untersuchung.

Das Bezirksamt Reinickendorf lässt derzeit prüfen, ob für den Bereich zwischen Klixstraße, Kienhorststraße, Eichborndamm Auguste-Victoria-Allee, Hechelstraße und Scharnweberstraße die rechtlichen Voraussetzungen zum Erlass einer sozialen Erhaltungsverordnung („Milieuschutzverordnung“) vorliegen.

Für die notwendige vertiefende Untersuchung in Reinickendorf-West hat das Bezirksamt das Berliner Planungsbüro LPG, Landesweite Planungsgesellschaft mbH, beauftragt. Das Büro führt derzeit in dem Gebiet eine schriftliche Haushaltsbefragung durch. Jeder zweite Haushalt hat hierzu einen Fragebogen erhalten, heißt es aus der Verwaltung.

Milieuschutz soll Verdrängung stoppen

Mit einer Erhaltungsverordnung, die es bereits rund um den Letteplatz gibt, kann die soziale Zusammensetzung der Wohnbevölkerung aus besonderen städtebaulichen Gründen geschützt werden. Ziel ist, städtebauliche Fehlentwicklungen zu vermeiden und die Bewohner vor Verdrängung zum Beispiel durch eine teure „Luxusmodernisierung“, durch Umnutzung und den Abriss von preiswertem Wohnraum oder durch die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zu schützen.

Für die Untersuchung sei es notwendig, Informationen zu den sozialstrukturellen Verhältnissen und zur Wohnsituation zu erheben. So wird im Fragebogen unter anderem nach der Wohndauer, der Miethöhe, nach durchgeführten Modernisierungen sowie nach der Nutzung der örtlichen Infrastruktur gefragt.

Bürgermeister Frank Balzer: Daten werden vertraulich behandelt

Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) bittet die angeschriebenen Haushalte um freiwillige Mitarbeit an der noch bis zum 30. Oktober laufenden Befragung. Die Daten werden nach dem Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten in der Berliner Verwaltung (BlnDSG) anonym erfasst und vertraulich ausgewertet, so das Bezirksamt. 

Weitere Informationen zu der Untersuchung gibt es beim Bezirksamt Reinickendorf (Fachbereich Stadtplanung und Denkmalschutz. Telefon: (030) 902 94 30 78) und bei der LPG mbh (Telefon: (030) 33 09 19 97).

Datum: 5. Oktober 2020, Text: red, Bild: imago images/Jürgen Ritter