Berliner Radschnellwege: Strecken für Neukölln, Steglitz und Grunewald werden konkreter

Radschnellverbindung

Für drei Trassen sind jetzt Machbarkeitsstudien im Internet einsehbar.

Die ersten drei von insgesamt zehn Machbarkeitsuntersuchungen zu Berlins geplanten Radschnellverbindungen (RSV) sind abgeschlossen – und wurden nun im Netz veröffentlicht. Die Untersuchungen zeigen die rechtliche und verkehrstechnische Machbarkeit der drei Vorhaben „Y-Trasse“ (RSV 1), „Teltowkanalroute“ (RSV 6) und „Königsweg-Kronprinzessinnenweg“ (RSV 3). Darüber informiert die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

“Die Studien belegen einen positiven Kosten-Nutzen-Faktor und stellen die derzeit durch die Fachplanung am besten bewertete Route vor, die sogenannte Vorzugstrasse”, wird mitgeteilt. Die Streckenführungen samt Varianten, bereits breit diskutiert in Bürgerinformationsveranstaltungen zu jeder geplanten Strecke, sind damit die Arbeitsgrundlage für weitere Planungen, Abstimmungen und Beteiligungen bis hin zum Planfeststellungsverfahren. Eine Festlegung auf die Trassen sei damit aber noch nicht erfolgt.

Änderungen an Trassen bleiben möglich

Im Rahmen der Machbarkeitsuntersuchungen wurden auch mögliche Brückenbauwerke näher untersucht sowie Baukosten geschätzt. Die Untersuchungsberichte dienen als Grundlagenpapier und Empfehlung für weitere Arbeitsschritte der Planung. Trassenänderungen seien möglich.

Die Trassenkorridor der “Teltowkanalroute” beginnt an der nordöstlichen Grenze der Stadt Teltow. Er verläuft überwiegend entlang des Teltowkanals durch Lichterfelde, Lankwitz und Steglitz. Im östlichen Bereich von Steglitz verlässt der Korridor den Verlauf des Kanals und durchschreitet in nördliche Richtung Wohngebiete in Richtung Tempelhof-Schöneberg. In Schöneberg verläuft der Korridor parallel und westlich zur Bahntrasse bis zur Autobahn 100.

Schnelle Radpiste entlang der Autobahn 113

Für die “Y-Trasse” verläuft der Korridor im Südosten Berlins zunächst parallel zur Autobahn113 und dem südlichen Teltowkanal. Am Britzer Hafen teilt sich die Trasse in zwei Streckenarme auf. Die westliche Abzweigung führt quer durch Neukölln entlang des Tempelhofer Feldes über die Hasenheide bis zum Südstern in Kreuzberg. Die zweite Abzweigung verläuft östlich davon entlang der Autobahn 100 auf dem Mauerweg bis zum Görlitzer Park in Kreuzberg.

Bei der RSV 3 beginnt der angepeilte Bereich am Wannsee und  führt über den Kronprinzessinnenweg und den Königsweg quer durch den Grunewald bis zur Messe Berlin und dem westlichen Ende des Kurfürstendamms. Auf den ersten Kilometern führt diese Trasse durch ein Wohngebiet. Der zweite Abschnitt verläuft parallel zur Avus auf einem Waldstück bis zum S-Bahnhof Grunewald und geht von dort in den dritten Abschnitt über – eine Einfamilienhaussiedlung. Voraussichtlicher Endpunkt wird die S-Bahnstation Halensee am Kurfürstendamm sein.

Pendler sollen aufs Fahrrad umsteigen

Berlins Radschnellverbindungen, die strahlenförmig von den Außenbezirken in Richtung Stadtzentrum führen, sollen das Radfahren auch auf längeren Strecken attraktiver machen – etwa für Pendler, die vom Auto auf das Rad umsteigen wollen. “Hierbei geht es nicht primär um die Fahrgeschwindigkeit, sondern um optimierte Reisezeiten mit möglichst wenig Stopps”, so die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Datum: 2. Oktober 2020, Text: red/nm, Bild: imago images/Team2