Unterwegs im Bayerischen Wald

Abwechslung pur, Naturerlebnisse und malerische Ausblicke: Das und mehr bietet Urlauber der Nationalpark Bayerischer Wald.

Gute Nachrichten für alle, die jetzt noch ihren Herbsturlaub planen. Der Nationalpark Bayerischer Wald verlängert im Corona-Jahr seine Urlaubssaison. Die Busse zu den bei Ausflüglern beliebten Bergen Rachel und Lusen fahren statt bis Ende Oktober nun bis 29. November, wie die Nationalparkverwaltung informiert. Nur die Abendfahrten würden aufgrund der früheren Dunkelheit gestrichen. Auch die Führungen im Nationalpark gibt es bis Ende November. Das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald bleibt bis 22. Dezember geöffnet. Lediglich das Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal müsse wegen Renovierungsarbeiten wie geplant Anfang November schließen.

Wucherndes Mosaik

Und es gibt noch einen weiteren Grund, den Nationalpark zu besuchen: Dieser feiert in diesem Oktober seinen 50. Geburtstag. Seit mehr als drei Jahrzehnten gilt hier die Maxime „Natur Natur sein lassen“. Was das bedeutet, kann man zum Beispiel im Urwald Mittelsteighütte erleben: Umgestürzte Bäume, ineinander verkeilte Baumkronen und hoch aufragende Wurzelteller formen ein wucherndes Mosaik. Auf dem Boden vermodern Mutterstämme, auf denen nach 15 oder 20 Jahren unzählige kleine Fichten, Eschen und Buchen sprießen. Das morsche Holz und die Pilze, die darauf wachsen, kann man in der Luft schmecken. Inzwischen kann man eindrucksvoll sehen, wie die Tierwelt die Landschaft im Nationalpark gestaltet.

Neues Leben 

An der Reschbachklause bei Finsterau beispielsweise, keine zwei Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt, haben Biber ganze Teiche angestaut. Auch hier haben Borkenkäfer gewütet, die trockenen Stümpfe der abgestorbenen Fichten ragen noch wie Totempfähle aus dem Dickicht. Aber der Kahlschlag hat auch hier neues Leben ermöglicht: Wo der Wald lichter geworden ist und Sonnenstrahlen auf den Boden dringen konnten, wachsen die ersten Weidenröschen und Preiselbeeren, Heidel- und Brombeeren.

Vereinzelt gibt es auch schon Birken und Ebereschen, deren Vogelbeeren die schmalen Pfade zwischen den beinahe schwarzen Tümpeln in einen zarten Vanilleduft hüllen. Und wenn die Fichten schließlich wieder so hochgewachsen sind, dass kein Licht mehr auf den Waldboden fällt, verschwinden die kleineren Arten – bis der Kreislauf aus Werden und Vergehen von vorne beginnt. Weitere Informationen zum Nationalpark und den einzelnen Führungen gibt es auf der offiziellen Homepage. 

Datum: 1. Oktober 2020, Text: dpa/red., Bild: Tourismusverband Ostbayern e.V.