Alzheimer: Selbsthilfegruppen für Angehörige in Berlin

Alzheimer

Erkrankt ein Angehöriger an Alzheimer, stehen Familien vor ungeahnten Problemen. Hilfe und Rat bieten Selbsthilfegruppen.

Irgendwann kam der Tag, an dem der Vater den Namen der Tochter vergaß. Oder die Frau ihren Ehemann nicht mehr erkannte. So oder so ähnlich beginnen viele Geschichten rund um Alzheimer. Und es werden immer mehr. Alzheimer kann äußerst belastend sein. Selbsthilfegruppen Angehöriger helfen, sich weniger alleine damit zu fühlen. 

Alzheimer ist in Deutschland längst zur Volkskrankheit geworden. In Deutschland leben nach jüngsten Schätzungen rund 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Die meisten von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Durchschnittlich treten Tag für Tag etwa 900 Neuerkrankungen auf. Sie summieren sich im Lauf eines Jahres auf mehr als 300.000.

“Infolge der demografischen Veränderungen kommt es zu weitaus mehr Neuerkrankungen als
zu Sterbefällen unter den bereits Erkrankten”, teilt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft mit. Aus diesem Grund nimmt die Zahl der Demenzerkrankten kontinuierlich zu. Sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt, werde sich die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöhen, lautet die Prognose.

Immer mehr Familien brauchen Unterstützung

Mit der Zahl der Erkrankungen steigt auch der Hilfsbedarf der Angehörigen. Viele von ihnen versuchen vor allem im frühen Stadium der Krankheit, möglichst viel allein zu schultern. Dabei spielt oft eine Rolle, dass man für den Alzheimer-Patienten so lange wie möglich den vertrauten Alltag erhalten möchte. Langfristig geht es allerdings nicht ohne eine professionelle Begleitung durch Pflegekräfte. 

Rund 80 Prozent aller Demenzkranken werden nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft von ihren Angehörigen versorgt und begleitet. “Die Bezugspersonen übernehmen eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe, die sich in der Regel über viele Jahre hinzieht”, heißt es. “Es gibt aber viele Möglichkeiten, aus der Zeit mit der Krankheit wertvolle und erfüllte gemeinsame Jahre zu machen.”

Was braucht ein Alzheimer-Patient wirklich? Wie gehe ich damit um, dass meine Mutter oder mein Vater zu einem anderen Menschen werden? Wie kann ich Hilfe leisten, ohne mich zu überfordern? Antworten auf diese und andere Fragen gibt es nicht nur im Online-Kurs der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, sondern auch in Selbsthilfegruppen für Angehörige von Alzheimer-Patienten. In regelmäßigen Gesprächsrunden bekommen Betroffene Tipps aus der Praxis und finden ungezwungenen Austausch.

Bei Alzheimer sind keine Einzelkämpfer gefragt

Experten raten immer wieder eines: Menschen, die mit einem Alzheimer-Fall in der Familie zu tun haben, sollten sich nicht als Einzelkämpfer aufreiben, sondern nach Hilfe suchen und diese auch annehmen. Dann gibt es für eine Alzheimer-Geschichte zwar kein Happy End, aber es wird für alle Beteiligten leichter.

Hier eine Auswahl an Selbsthilfegruppen für Angehörige von Alzheimer-Patienten:

Alzheimer Gesellschaft Berlin e.V.
Offene Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzkranken
(030) 89 0 943 57
info@alzheimer-berlin.de
http://www.alzheimer-berlin.de

Angehörigen-Gesprächsgruppe Charlottenburg –
der Alzheimer Angehörigen Initiative (AAI)
(030) 47 37 89 95
aai@alzheimerforum.de
http://www.alzheimer-organisation.de

Alzheimer Angehörigen Initiative e.V. –
Angehörigengesprächsgruppe
(030) 631 09 85
eigeninitiative@ajb-berlin.de
http://www.eigeninitiative-berlin.de

Selbsthilfegruppe von und für pflegende Angehörige
(030) 93 62 23 80
kpe-spandau@casa-ev.de

Angehörigen-Gesprächsgruppe Zehlendorf
der Alzheimer Angehörigen Initiative e.V. – AAI
(030) 473 789 95
AAI@AlzheimerForum.de
http://www.alzheimer-organisation.de

Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle
(030) 892 66 02
https://www.sekis-berlin.de/kontakt

Alzheimer Angehörigen-Initiative e.V.
(030) 473 78 995
 AAI@Alzheimer.Berlin
www.Alzheimer.Berlin

Eine ausführliche Auswahl von Hilfsangeboten und Selbsthilfegruppen gibt es hier:

www.sekis-berlin.de/pflege-unterstuetzung/pflegende-angehoerige

Datum: 1. Oktober 2020, Text: Nils Michaelis, Bild: imago images/Martin Wagner