Alzheimer: So senkt man das Erkrankungsrisiko

Alzheimer Prävention

Alzheimer wird durch individuelle Vererbung stark beeinflusst. Neben den genetischen gibt es aber auch viele weitere Risikofaktoren.

Hoher Blutdruck, schlechte Blutzucker- und Blutfettwerte sowie Übergewicht gehören zu den Risikofaktoren von Alzheimer dazu. Zur Vorbeugung können gezielte Maßnahmen, Trainings und Therapien dabei helfen, diese Risikofaktoren zu minimieren und damit auch Alzheimer vorzubeugen.  

Im Mittelpunkt aller Präventionen steht ein gesunder Lebensstil – wie bei vielen anderen Erkrankungen – als wesentlichster Faktor. Laut Studie der Columbia-Universität in New York kann durch regelmäßige sportliche Betätigung und eine gesunde Ernährung das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, um bis zu 60 Prozent senken. Einige grundlegende Tipps haben wir für Sie zusammengestellt:

Ausgewogene Ernährung als Basis der Prävention

Ernährungstechnisch sollten Obst, Gemüse, Kräuter und vollwertige Getreideprodukte sowie Nüsse und Samen die wichtigen Bestandteile eines optimal zusammengestellten Ernährungsplans bilden, um mit einem gesunden Ernährungszustand auch Demenzkrankheiten wie Alzheimer vorbeugen zu können. Milchprodukte wie Käse und Joghurt sollten in nur kleineren Mengen auf dem Speiseplan stehen.

Fisch und Geflügel dürfen hingegen einige Male pro Woche hier als Zutaten auftauchen. Generell gilt: Rotes Fleisch vom Schwein, Rind oder Wild sowie Wurstwaren und Eier sollten nur in Maßen genossen werden. Bei der Zubereitung sollte stets Olivenöl als Ersatz für fast alle anderen Fette wie etwa Butter oder Margarine verwendet werden.

Bewegung hält auch geistig fit

Regelmäßiges Training hält auch das Gehirn auf Touren. Die genauen Zusammenhänge zwischen Bewegung und geistiger Leistungsfähigkeit sind zwar noch nicht genau erforscht, dennoch gilt, dass durch körperliche Aktivität im Alltag auch die Durchblutung im Gehirn angeregt wird. Darüber hinaus schützt aktiver Sport auch vor zahlreichen Risikofaktoren wie Übergewicht, erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerwerte und Bluthochdruck.

Sportarten wie Tanz, Gymnastik und Teamsportarten fordern zudem das Gehirn auf vielen Ebenen. Neben der Bewegung und Koordination gelten hier die kommunikativen und sozialen Aspekte als besonders präventiv hinsichtlich einer Demenzerkrankung.

Geistige Herausforderungen annehmen

Konzentration, Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit kann auch im Alter geübt und gefördert werden. Mit Musizieren, Rätseln oder Sprachen lernen werden dem Gehirn immer wieder neue Herausforderungen präsentiert. Diese Übungen beugen dem geistigen Verfall, fehlender Koordination und Konzentration vor.

Aber auch schon kleine Trainingseinheiten können die grauen Zellen bereits trainieren: Rechtshänder können versuchen, kleinere Handgriffe einfach mal mit der linken Hand zu probieren. Auch der Wechsel der Reihenfolge bei Routineaufgaben wie der Hausarbeit können schon helfen, geistige Aktivität zu trainieren.    

Soziale Aktivitäten pflegen

Wer sich in Gesellschaft begibt und austauscht, steigert seine Chancen, seine geistige Fitness im Alter zu behalten. Unterhaltungen und Aktivitäten mit anderen Menschen halten das Gehirn in Schwung – Artikulation,  Wahrnehmung und das Kurzzeitgedächtnis werden dabei im Detail trainiert. Treffen mit der Familie, Ausflüge mit Freunden oder ein Kollegenstammtisch senken so auch das Risiko, an Alzheimer zu erkranken

Eine Ansicht, die auch Dr. Peter Körtvèlyessy teilt: „Menschen haben durch Einsamkeit im Alter einen stärkeren körperlichen Verfall, als wenn sie Partner, Familie oder Freunde um sich haben“, erläutert der Facharzt für Neurologie und neurologische Humangenetik an der Charité. In sozialen Strukturen dürfte es den Einzelnen auch leichter fallen, präventives Verhalten auch nachhaltig umzusetzen.

Finger weg von den Zigaretten

Als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Demenzkrankheiten gilt das Rauchen. Durch den eingeatmeten blauen Dunst  werden die  Arterien nachhaltig geschädigt. Dadurch gelangt weniger Sauerstoff ins Gehirn. Studien haben gezeigt, dass Raucher bereits nach fünf Jahren schlechtere Ergebnisse in speziellen Test zur Hirnleistung erreichen. Ein Umstand, der sich auch als bedeutender Risikofaktor für Alzheimer-Demenz gilt.

Datum 1. Oktober 2020, Text: red/ylla, Bild: imago images / UIG