Endlager für Atommüll in Spandau und Reinickendorf möglich

Atommüll Endlager Berlin

Im Jahr 2031 soll der Standort für ein Atommüll-Endlager in Deutschland gefunden sein. Die Wahl könnte auf Berlin fallen.

In der Diskussion um ein künftiges Endlager für Atommüll sind auch Teile von Berlin und Brandenburg im Gespräch. Hier gibt es laut dem Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung günstige geologische Voraussetzungen. Der Bericht wurde am Montag veröffentlicht. Auf einer im Internet einsehbaren Karte werden unter anderem die Bezirke Reinickendorf und Spandau als günstige Teilgebiete angegeben. Auch das Areal um den künftigen Flughafen BER in Schönefeld wird in der Karte angezeigt.

Insgesamt 90 Gebiete in Deutschland haben nach Erkenntnissen der Bundesgesellschaft für Endlagerung günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager. Der Salzstock Gorleben in Niedersachsen ist nicht darunter.

Bevölkerungsdichte soll bei Wahl des Standortes berücksichtigt werden

Berücksichtigt man die Überlagerung einiger Gebiete, ist laut Bericht in Deutschland ein Anteil von 54 Prozent der Landesfläche als Teilgebiet ausgewiesen. Teilgebiete liegen etwa in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen, aber auch in den ostdeutschen Ländern.

Eine Vorfestlegung auf einen Standort ist damit aber noch längst nicht verbunden. In den kommenden Monaten und Jahren werden die möglichen Standorte nach und nach weiter eingegrenzt, indem weitere Kriterien – etwa die Bevölkerungsdichte – berücksichtigt werden.

Noch elf Jahre bis zur Entscheidung

Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin, also vor allem Granit, entstehen. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden.

Der Bericht listet sämtliche Regionen in Deutschland auf, „die günstige geologische Voraussetzungen für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten lassen“, steht in einem entsprechenden Gesetzestext. Konkret wird es erst in den kommenden Jahren. Aus den Teilgebieten werden zunächst sogenannte Standortregionen ausgewählt, die übertägig genauer erkundet werden. Einige davon werden dann auch untertägig erforscht.

Dieser Beitrag erscheint mit Unterstützung der Berliner Zeitung. Den Originalartikel finden Sie hier.

Datum: 30. September 2020, Text: BLZ/dpa, Bild: imago images/Christian Ohde