Berlin-Spandau: Bund will Kasernengelände verkaufen

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Auf einem Areal der Alexander-Barracks soll eine Unterkunft für Geflüchtete entstehen.

Berlin und der Bund haben sich über den Verkauf eines Teils der ehemaligen Alexander-Barracks in Spandau verständigt. Eine rund 24.190 Quadratmeter große Fläche der insgesamt 20,5 Hektar großen früheren britischen Kaserne soll danach von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) an die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) verkauft werden.

Die WBM will dort eine Modulare Unterkunft für Flüchtlinge errichten und in einem der denkmalgeschützten Gebäude eine Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete betreiben. Das geht aus einer Vorlage aus dem Bundesfinanzministerium (BMF) an den Bundestags-Haushaltsausschuss hervor. Das Finanzministerium bittet darin die Haushälter bis zum 28. September um Zustimmung.

WBM bekommt Nachlass von 500.000 Euro

Die Fläche am Askanierring hat laut BMF einen Wert von 12,6 Millionen Euro. Die BImA gewährt der WBM für eine Nutzung zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbegehrenden einen Abschlag von 500.000 Euro. Der bereits geschlossene Kaufvertrag steht noch unter dem Vorbehalt, dass das Bundesfinanzministerium zustimmt. Zuvor muss der Bundestags-Haushaltsausschuss grünes Licht geben.

Das Kasernengelände besteht aus einem drei- bis fünfgeschossigen Hauptgebäude, das um 1880 errichtet wurde, einem um 1930 entstandenen Lagergebäude und kleineren Nebengebäuden wie einer Garage, einem Container und einer Netzstation. Das Hauptgebäude ist seit 2017 vollständig an das Land Berlin vermietet. Die Freiflächen sind auf unbestimmte Zeit vermietet. Im Lagergebäude sind elf von 13 Einheiten vermietet. Sie werden für kleingewerbliche Zwecke genutzt.

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung der Berliner Zeitung.

Datum: 27. September 2020, Text: Ulrich Paul, Archivbild: Norhei at de.wikipedia/CommonsWikimedia