Berliner Ku’damm: Vom Raser- zum Fußgängerparadies

Linke und Grüne im Bezirksparlament wollen den Kurfürstendamm klimafreundlicher gestalten.

Nach einem erneuten Unfall im Zusammenhang mit einem illegalen Autorennen auf dem Kurfürstendamm vor einigen Wochen mehren sich die Forderungen nach einer Umgestaltung der beliebten Raserstrecke. „Eine Verschärfung der Strafen scheint die Raser nicht abzuschrecken. Um das Rasen auf dem Kurfürstendamm dauerhaft unmöglich zu machen, muss die Straße grundlegend umgebaut werden“, fordert etwa die Linke-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung. Zugleich solle durch einen Umbau ein Beitrag zur Verkehrswende geleistet werden, die sich mit Blick auf den fortschreitenden Klimawandel dringend in Richtung Rückbau der autogerechten Stadt bewegen müsse. Straßen müssten vermehrt für klimaneutrale Verkehrsmittel umgerüstet werden.

Liste an möglichen Maßnahmen vorgeschlagen

Die Grünen im Bezirksparlament unterstützen die Forderungen und bringen sogleich Maßnahmen ins Spiel, mit denen der Ku’damm für Raser uninteressant werden könnte. Darunter Verengungen der Fahrbahn an mehreren Stellen, das Trennen von Bus- und Fahrstreifen sowie die Anbringung von sogenannten Neuköllner Kissen. Die entsprechenden Anträge sollen nun im Ausschuss für Verkehr und Tiefbau besprochen werden. Auch über ein Tempolimit auf dem Ku’damm wird nun wieder diskutiert. Immerhin an der Tauentzienstraße tut sich etwas.

Am 10. Oktober findet dort ein Aktionstag statt, in dessen Rahmen die Straße für den Autoverkehr gesperrt wird. Davon sollen dann probeweise sowohl Fußgänger als auch die lokale Wirtschaft profitieren. „Leiser, sicherer, mit mehr Platz und sauberer Luft“, so das Motto der Arbeitsgemeinschaft City West für die Flaniermeile am Aktionstag. Das könnte bald auch für den Kurfürstendamm gelten.

Datum: 26. September 2020, Text: kr, Bild: imago images/Stefan Zeitz