Berlin-Wannsee: Neue Ausstellung feiert Maler Max Liebermann

Berlin Zehlendorf, Villa Max Liebermann und Park am Wannsee Zehlendorf *** Berlin Zehlendorf, Villa Max Liebermann and Park am Wannsee Zehlendorf

Das Jahr 2020 ist ein wichtiges Jahr für die Liebermann-Villa am Wannsee.

Vor 100 Jahren – am 1. Oktober 1920 – begann Max Liebermanns Amtszeit als Präsident der Akademie der Künste in Berlin, eine der bedeutendsten Positionen im Kulturleben der Weimarer Republik. Und vor 25 Jahren – am 16. März 1995 – wurde die Max-Liebermann-Gesellschaft in Berlin gegründet, um das künstlerische Vermächtnis Liebermanns in Deutschland zu sichern.

Zum 25-jährigen Jubiläum der Max-Liebermann-Gesellschaft veranstaltet die Liebermann-Villa, Colomierstraße 3, eine kleine Liebermann-Retrospektive über alle Phasen seiner künstlerischen Karriere. Gezeigt werden in den Privaträumen des Malers (1847-1935) eine Auswahl von Selbst-und Familienbildnissen, von Bildern mit Motiven aus Holland und Berlin sowie Arbeiten aus seinem Spätwerk, die den Wannseegarten darstellen. Das teilt die Leitung der Einrichtung mit. „Gemeinsam mit den Besuchern möchten wir diesen bahnbrechenden und einflussreichen Künstler, dessen Arbeit die moderne europäische Kunst grundlegend änderte, feiern.“

Liebermann verewigte seine Familie

Die Ausstellung öffnet mit einer Auswahl an Selbst- und Familienbildnissen von Max Liebermann. Repräsentative Selbstdarstellungen, unter anderem aus dem Berliner Stadtmuseum, der Alten Nationalgalerie Berlin und dem Centrum Judaicum, hängen neben Bildnissen von Martha Liebermann, der Frau des Künstlers sowie ihrer Enkelin Maria.

Die Villa am Wannsee war als Sommerhaus ein wichtiger Rückzugsort für die Familie. Besonders in den Jahren ab 1914 verbrachten sie fast jeden Sommer in ihrem „kleinen Versailles“ am See, das 1910 vollendet wurde. Im zweiten Raum der Ausstellung – dem ehemaligen Schlafzimmer von Max und Martha Liebermann – findet sich eine Auswahl holländischer Bildthemen, die Liebermann zwischen den Jahren 1880 und 1910 ausarbeitete. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Niederlande für viele deutsche Künstler und Künstlerinnen ein beliebtes Reiseziel. Max Liebermann folgte diesem Trend.

Ausstellung mit Seeblick

Der dritte Raum der Ausstellung widmet sich Liebermanns Darstellung des Großstadtlebens in Berlin. Einen Schwerpunkt bilden seine Porträts. In den Jahren um 1900 entwickelte sich der Maler zu einem anerkannten und gefragten Porträtisten, von dem sich zahlreiche Persönlichkeiten aus Kunst, Politik und Industrie verewigen ließen, darunter der Kunsthistoriker und Museumsdirektor Wilhelm Bode. Die Wannseebilder schließen die Sonderausstellung ab.

Mit Blick auf den Wannsee können Besucher diese impressionistischen Werke an ihrem Entstehungsort bewundern, darunter Leihgaben aus dem Kunstmuseum Gelsenkirchen und der Scheffelt Privatstiftung. Die Ausstellung „Wir feiern Liebermann“ wird am 4. Oktober eröffnet und läuft bis zum 11. Januar 2021. Sie ist täglich geöffnet außer dienstags, 11 bis 17 Uhr. Weitere Informationen sowie Tickets gibt es auf der Internetseite.

Datum: 25. September 2020, Text: red, Bild: imago images/Jürgen Ritter