Kreuzberg: Drogen, Schläge, Kriminalitätshotspot

Kreuzberg: Auch das Schlesische Tor und der Wrangelkiez gelten seit Kurzem offiziell als Kriminalitätshotspots 

Drogenhandel, Gewalt, sexuelle Belästigung: Berlin hat immer wieder Probleme mit harter Kriminalität, Bandenbildung und dem Unsicherheitsgefühl der Anwohner. Nun scheinen sich die Kriminalitätshotspots in Kreuzberg von Görlitzer Park & Co auf andere Brennpunkte ausgeweitet zu haben. Zwischen 2017 und 2019 sind die „ortsrelevanten“ Straftaten am Schlesi und im Wrangelkiez laut Polizei um 41 Prozent gestiegen.

Nun auch ganz offiziell kriminalitätsbelastete Orte

Die Polizei hat deshalb die Einstufung des Görlitzer Parks als sogenannten „kriminalitätsbelasteten Ort“ (kbO) im Mai 2020 „um Teile des Wrangelkiezes und des Schlesischen Tors vergrößert“. Begründet wird die Einstufung als Kriminalitätshotspots mit einem Anstieg von Raub- und Betäubungsmitteldelikten. Zudem fühlen sich gerade weibliche Anwohnerinnen an diesen Orten zunehmend unwohl, wie der Tagesspiegel berichtete. Das Gebiet rund um das Schlesische Tor in Berlin-Kreuzberg entwickelt sich nicht nur gefühlt immer mehr zum Epizentrum für schwere Straftaten.

Anwohnerinnen fühlen sich häufiger belästigt

Daten der Polizei verzeichnen eine deutliche Zunahme von Straftaten wie Gewalt, Drogenhandel, Raub, aber auch Beleidigungen und Sexualdelikten durch Dealer. Dabei galt bisher vor allem der Görlitzer Park als Drogenumschlagplatz und Kriminalitätshotspot. Laut dem Pressesprecher der Gewerkschaft der Polizei, Benjamin Jendro, fungiert der „Görli“ jedoch nur noch als Kontaktbörse. Die Straftaten hätten sich in Richtung Schlesisches Tor verlagert. Laut ihm sind an besagten Orten Hunderte von Drogendealer aktiv, die auch vor schweren Gewalttaten nicht zurückschrecken.

Kontrollen und Durchsuchungen ohne konkreten Verdacht

Die Einstufung als kbO sei ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Kriminalität. Sie erlaubt den dort tätigen Polizeibeamten etwa, ohne konkreten Verdacht Personen zu kontrollieren oder zu durchsuchen. „Grundsätzlich werden wir das Problem Drogenhandel und die dazugehörige Begleitkriminalität aber weder im Görli noch in Friedrichshain-Kreuzberg lösen können“, ist er überzeugt. Deshalb plädiert er für einen gesamtstädtischen Lösungsansatz.

Datum: 24. September 2020, Text: Anna von Stefenelli, Bild: Stefan Bartylla