Millionenhilfe für Pankows Multifunktionsbad

Bund fördert das neue Multifunktionsbad mit drei Millionen Euro.

Manchmal muss eine Feder gleich für zwei Hüte herhalten: Mit der Nachricht, dass der Bund den Bau des Multifunktionsbades an der Wolfshagener Straße (das Berliner Abendblatt berichtete) mit drei Millionen Euro fördert, schmückten sich zwei Bundestagsabgeordnete.

Klares Zeichen setzen

Da ist zum einen CDU-Mann Klaus-Dieter Gröhler, der als Bundestagsabgeordneter auch Mitglied im Haushaltsausschuss ist. Dieser Ausschuss stellte für zwei Berliner Projekte (2,5 Millionen Euro für das Schwimmbad in Tiergarten) besagtes Geld aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zu Verfügung. Da kann man sich als Berliner Ausschussmitglied zu Recht schon Mal freuen. Dem Kollegen Gröhler nicht nachstehen mochte SPD-Genosse Klaus Mindrup.

In der Pressemitteilung des Pankower Bundestagsmitglieds zum Drei-Millionen-Euro-Deal heißt es: „Auf Vorschlag der SPD setzt der Deutsche Bundestag ein klares Zeichen für die Verbesserung kommunaler Infrastruktur, in meinem Wahlkreis für den Ersatzneubau für die Schwimmhalle Pankow.“Politischer Wille. Schade nur, dass sich Mindrup den Nachsatz nicht verkneifen konnte, dass es nun nicht mehr an fehlenden Finanzmitteln liegen würde, „wenn sich der Neubau weiter verzögern sollte“.

Diesen Schlenker gegen Stadtbezirksbürgermeister Sören Benn von den Linken und vor allem den grünen Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn hätte sich der SPD-Mann ruhig verkneifen können. Der weiß nämlich genau, dass es im Falle des Multifunktionsbades nicht am politischen Willen gelegen hat, dass dessen Bau immer noch nicht beginnen konnte. Zwar sah der alte Terminrahmen vor, dass der notwendige Bebauungsplan bis 2020 fertiggestellt sei. Doch war da noch gar nicht absehbar, wie umfangreich die nötigen Voruntersuchungen des Bäder-Baus zu Naturschutz, Verkehr, Lärm und Altlasten sein würden.

Weiterer Klärungsbedarf

Erst nach Fertigstellung der Machbarkeitsstudie „Sommerbad Pankow“, so Bezirksstadtrat Kuhn, habe man genauer ermitteln können, welche Vorarbeiten nötig seien. Die Beauftragung der Fachuntersuchungen, die Abstimmung mit den Ämtern und die Ausschreibung der Planungsleistungen habe zehn Monate gedauert. Im Zuge der verkehrs- und artenschutzrechtlichen Untersuchung sei, so Kuhn, weiterer Klärungsbedarf entstanden. Probleme bereitete unter anderem die Verkehrssituation um das Grundstück. Einzelne Straßenabschnitte und das Nutzerverhalten mussten genauer betrachtet werden. Dennoch gehen alle Beteiligten davon aus, dass das Bebauungsplanverfahren 2021 abgeschlossen werden und das neue Multifunktionsbad im Jahr 2025 eröffnet werden kann. 

Datum: 18. September 2020, Text: Manfred Wolf, Bild: imago images/microgen