Berlin-Lichtenberg: Rave im Zeichen von Corona

Club und Rave in Lichtenberg

Immobilienentwickler stellt Fläche zur kulturellen Nutzung zur Verfügung.

Darauf haben viele Tanzwütige lange warten müssen: Am 19. und 20. September präsentieren Domestic Affairs, Out_Wire und Warning auf dem Gelände der Kulturoase Lichtenberg, Bürknersfelder Straße 10, den „Safe * Rave“. Auf der Veranstalterseite heißt es dazu, dass man nach mehr als einem halben Jahr die Tatsache anerkenne, „dass auch das Coronavirus den Wunsch der Menschen nach Party nicht aufhalten wird. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, diese Veranstaltung so verantwortungsbewusst wie möglich zu gestalten – was natürlich nur funktionieren wird, wenn wir alle zusammenarbeiten“.

Vom Senat initiiert

Das Projekt geht auf die Initiative „Draußenstadt“ des Berliner Kultursenators Lederer (Die Linke), zurück. Er hatte angeregt Flächen zu identifizieren, auf denen Kultur und Clubleben unter freiem Himmel möglich sein können. Die Initiative beinhaltete auch die Bitte an die Bezirke, Kunst- und Kulturschaffende in diesen schweren Zeiten zu fördern und sie bei der Bewilligung und Beantragung von Veranstaltungen zu unterstützen.

Lichtenberg geht nun mit der Kulturoase berlinweit voraus. Die Idee für diese Open-Air-Pop-up-Fläche stammt von Alexander Mechow und Jens Schwan. Dank seines Engagements und der Unterstützung durch Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) und vor allem auch dank des Einsatzes des Bezirksstadtrates Martin Schaefer (CDU) sowie des Umwelt- und Naturschutzamtes Lichtenberg ist das Projekt erst möglich geworden. Gemeinsam haben sie Kulturschaffendedabei unterstützt, die behördlichen Prozesse wie Genehmigungsanträge erfolgreich und zeitnah abzustimmen.

Platz für vielfältige Aktionen

Seit Ende August wird das Gelände nun für Veranstaltungen vom Club-Open-Air, mit Maske und Abstand, bis zur audiovisuellen Tanzperformance internationaler Künstler genutzt. Bei den Events handelt es sich jeweils um einmalige Veranstaltungen. Das bedeutet, dass viele unterschiedliche Clubbetreibende, Kunst- und Kulturveranstalter die Gelegenheit erhalten die Fläche für einen Event zu nutzen. Die Anträge für die Veranstaltungen müssen jedoch einzeln gestellt werden.

Möglich wurde dieser Rave, weil der Berliner Projektentwickler CREO Group 9.000 Quadratmeter Grundstücksfläche im Industriegebiet in der Bürknersfelder Straße zur kulturellen Zwischennutzung zur Verfügung gestellt hat. Bis Ende des Jahres können Clubbetreiber und Kulturveranstalter dort kostenfrei den Kulturbetrieb organisieren. Eine Möglichkeit, die für die Club- und Kulturszene in Zeiten von Corona überlebenswichtig sein kann.

Weitere Infos gibt es hier.

Datum: 18. September 2020, Text: Manfred Wolf, Bild: Alexander Mechow