Berlin-Mitte: Haus der Materialisierung eröffnet

Berliner Stadtmission beteiligt sich am Projekt am „Allesandersplatz”.

Sie nähen aus alten T-Shirts Unterhosen für Obdachlose, geben Gegenständen aus Holz und Metall eine neue Bestimmung und zeigen mit dem „Leihladen“ ökologische und klimafreundliche Alternativen zu Überkonsum und Umweltbelastung. Sie, das sind die Pioniere im Haus der Materialisierung. Das ist der ebenerdige Teil im runtergerockten Haus der Statistik gleich am Alexanderplatz.

Seit dieser Woche dient es als Zentrum für zukunftsfähige Ressourcennutzung mit vielen Zero-Waste-Initiativen, Start-ups, Sozialbetrieben, Kunstschaffenden sowie Bildung und Wissenschaft. Auch die Berliner Stadtmission, die jedes Jahr viele Kleiderspenden von Berlinern erhält, ist mit dem Textilhafen dabei. „Von der Produktion bis zur Entsorgung ist Kleidung ein massiver Klimakiller. Mit den Spenden übernehmen wir auch die Verantwortung für die Textilien und für deren Klimabilanz“, sagt die Bereichsleiterin Integration der Berliner Stadtmission, Ana Lichtwer. Interessierte können sich dort beispielsweise an Nähmaschinen setzen und aus alten Jersey-Kleidern Unterhosen für Bedürftige nähen. 

Ana Lichtwer erklärt: „Die vielen Initiativen hier sind ein guter Schmelztiegel für Materialforschung, für künstlerische Prozesse und für die Suche nach einer sozial und ökologisch gerechteren Gesellschaftsorganisation.“ Neben dem Nählabor werden beim „Vintage4Charity“ Retro-Klamotten für einen guten Zweck verkauft und Interessierte können sich am Webstuhl ausprobieren.

Datum: 16. September 2020, Text: red., Bild: imago images/Stefan Zeitz