Berlin-Mitte: Die Invalidenstraße bekommt einen Radstreifen

Ein Jahr nach dem tödlichen Unfall soll die Straße endlich sicherer werden. 

Ein knappes Jahr, nachdem ein Porsche Macan in der Invalidenstraße in eine Fußgängergruppe raste und vier Menschen getötet wurden, soll die Straße endlich sicherer werden. Das gab die Senatsverwaltung für Verkehr Anfang der Woche bekannt. Ein mit Pollern abgetrennter und 2,35 Meter breiter Radweg soll noch diesen Herbst zwischen Garten- und Brunnenstraße entstehen. Ziel sei es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. „Weitere Maßnahmen sind für 2021 geplant“, erklärte der Senat in einem mit dem Hashtag Vision Zero versehenen Tweet.

Vision Zero für die ganze Stadt

Der ADFC Berlin begrüßt den geplanten Umbau, fordert zugleich aber noch mehr Initiative und eine schnellere Umsetzung von Maßnahmen vom Senat. „Das Erreichen der gesetzlich vorgeschriebenen Vision Zero, null Verkehrstote und Schwerverletzte, lässt sich nicht mit Absichtserklärungen und Bedauern herbeiführen. Wir brauchen ein geschlossenes, gemeinsames Vorgehen des Senats, um das Töten auf den Berliner Straßen zu beenden. Dafür haben wir konkrete umsetzbare Vorschläge gemacht“, so Frank Masurat, Vorstand des ADFC Berlin.

Am 6. September, dem Jahrestag des SUV-Unfalls, gedachten rund 100 Menschen der vier getöteten Fußgänger. Noch während die Kundgebung lief, wurde einige hundert Meter entfernt ein Radfahrer von einer Tram erfasst und schwer verletzt. Solche Unfälle gehören bald hoffentlich der Vergangenheit an. Ab Oktober müssen sich Auto- und Tramfahrer eine Spur teilen. Dazu werden auch die Tramstation umgebaut und für mehr Schulwegsicherheit gesorgt. Kurz nach dem Unfall wurde bereits eine Tempo-30-Zone auf dem Abschnitt umgesetzt. An der gefährlichen Lage, insbesondere für Radfahrer und Fußgänger, hatte sich dadurch allerdings nicht viel geändert. 

Datum: 10. September 2020, Text: kr, Bild: imago images/Rolf Zöllner