Prenzlauer Berg: Erinnerung an den Mäzen Rudolf Mosse

Der Verleger Rudolf Mosse

Ab dem 8. September, dem 100. Todestag Rudolf Mosses, soll auf dem Jahn-Sportpark mit den Mosse-Tagen an den Berliner Verleger erinnert werden.

Ab dem 8. September, dem 100. Todestag Rudolf Mosses, soll auf dem Gelände des Jahn-Sportparks mit den Mosse-Tagen an den Berliner Verleger erinnert werden. Um 18 Uhr wird die Ausstellung 100 Jahre Rudolf-Mosse-Straße auf elf Litfaßsäulen eröffnet, die den ehemaligen Verlauf der Rudolf-Mosse-Straße markieren. Die Ausstellung wird bis zum 23. September zu sehen sein. Das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung findet in den Räumen des Fanprojekts in der Cantianstraße 25 statt.

Großzügiger Mäzen

Rudolf Mosse spendete 1913 der Stadt Berlin den hohen Betrag von 1,7 Millionen Mark für verschiedenste Zwecke. Der Berliner Magistrat kündigte in seinem Dankesschreiben die Benennung einer Straße nach Rudolf Mosse an und wählte dafür später die Erschließungsstraße zwischen Eberswalder und Sonnenburger Straße. Am 31. Mai 1920 erhielt die Straße ihren neuen Namen, Rudolf Mosse starb kurz darauf am 8. September 1920.

Die Nationalsozialisten tilgten 1935 viele jüdisch konnotierte Straßennamen aus dem Berliner Stadtbild, darunter auch die Rudolf-Mosse-Straße in Prenzlauer Berg. Nach dem Krieg wurde die Straße mit Stadion und Tennisplätzen überbaut. Heute wird im Sportpark an Friedrich Ludwig Jahn und Max Schmeling erinnert, nicht aber an den großzügigen jüdischen Mäzen. Um das zu ändern, treffen sich seit 2017 Anwohner, Fußballfans, Sportler und Lokalhistoriker in der Gruppe „Mosse erinnern!“.

Vielfältiges Programm

Ausstellungseröffnung “100 Jahre Rudolf-Mosse-Straße”
8. September, 18 Uhr, Sportpark-Gelände, Nähe Eingang Eberswalder Straße, entlang des ehemaligen Straßenverlaufs

Vorträge
10. September, 19 Uhr: Beate Boehnisch und Bernt Roder, (beide vom Museum Pankow) über Rudolf Mosse und jüdisches Leben im Prenzlauer Berg
15. September: Christian Wolter, Sporthistoriker, über Arbeiterfußball in Berlin und auf dem Exer
17. September: Dr. Meike Hoffmann vom Projekt MARI über Rudolf Mosse als Sammler und Mäzen
21. September: Dr. René Wiese vom Zentrum deutsche Sportgeschichte über den Jahn-Sportpark als sportpolitischen Ort in der DDR

Datum: 8. September 2020, Text: Manfred Wolf, Bild: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/78/Rudolf_Mosse.jpg