Berlin-Kreuzberg: Neue Perspektiven auf die jüdisch-deutsche Geschichte

Jüdisches Museum Berlin

Im Jüdischen Museum Berlin gibt es jetzt eine neue Dauerausstellung.

Facettenreich, vielstimmig und interaktiv: So beschreibt das Jüdische Museum Berlin seine neue Dauerausstellung. Auf mehr als 3.500 Quadratmetern wird jüdische Geschichte und Kultur in Deutschland in neuem Licht präsentiert. Im Ausstellungsrundgang wechselt sich historische Erzählung mit Einblicken in jüdische Kultur und Religion ab: Was ist im Judentum heilig? Was passiert am Schabbat? Welchen Klang hat das Judentum?

Von den Anfängen bis heute

Die Ausstellung gliedert sich in fünf historische Kapitel, die von den Anfängen jüdischen Lebens in Aschkenas über die Emanzipationsbewegung der Aufklärung und deren Scheitern bis in die Gegenwart reichen. Der Nationalsozialismus und das Kapitel nach 1945 nehmen dabei den größten Raum ein. Hier stehen Themen wie Restitution und Wiedergutmachung, das Verhältnis zu Israel und die russischsprachige Einwanderung ab 1990 im Mittelpunkt. Die Videoinstallation „Mesubin“ („Die Versammelten“) mache als „Schlusschor“ die Vielstimmigkeit gegenwärtigen jüdischen Lebens sichtbar, so die Leitung des Hauses in Kreuzberg, Lindenstraße 9-14.

Interaktiv und barrierefrei

Durch die Ausstellung führt ein Audioguide in sechs Sprachen. Persönlich geführte Touren gibt es für unterschiedliche Alters- und Bedürfnisgruppen und Besucher mit und ohne Vorwissen. Tastmodelle und -pläne, Vitrinen, die mit einem Rollstuhl unterfahrbar sind, und eine klare Wegeführung ermöglichen einen barrierearmen Rundgang. Der Besuch des Museums ist nur mit einem Zeitfenster-Ticket möglich, das online vorzubestellen ist. 

Datum: 29. August 2020, Text: red, Bild: Yves Sucksdorff