Berlin-Mitte: Friedrichstadt-Palast wird Denkmal

Senat: Letzter Repräsentationsbau der DDR habe einen einmaligen Wiedererkennungswert.

Sein Neubau im Jahr 1984 gilt als Höhe- und Endpunkt der Epoche der DDR-„Paläste“ und wird nun unter Denkmalschutz gestellt: Der Friedrichstadt-Palast sollte damals als zeitgenössischer DDR-Bau erkennbar sein und war gleichzeitig so angelegt, den 1919 von Hans Poelzig umgebauten Vorgängerbau würdig zu ersetzen.

Ein Gebäude mit Wiedererkennungswert

Aufgrund seiner geschichtlichen, künstlerischen sowie städtebaulichen Bedeutung hat das Landesdenkmalamt Berlin den Friedrichstadt-Palast unter Denkmalschutz gestellt, wie es vom Senat heißt. Den verantwortlichen Architekten sei es gelungen, ein künstlerisch einmaliges Gebäude mit hohem Wiedererkennungswert zu schaffen: Anklänge des Jugendstils und Art déco träfen auf die „Platte“ als technisches sowie gestalterisches Merkmal, heißt es in der Begründung. Am 31. August folgt die offizielle Bekanntgabe der Unterschutzstellung. Diese dürfte gleichzeitig einer der Höhepunkte des laufenden Jahres für das Haus sein, das wie alle Kultureinrichtungen unter den Corona-Maßnahmen zu leiden hat.

Rekordjahr 2019

Dabei verzeichnete der Palast noch im vergangenen Jahr Rekordumsätze. Insgesamt kamen 2019 rund 545.000 zahlende Gäste (ohne Freikarten) an die Friedrichstraße 107. Im Vergleich zum bislang erfolgreichsten Jahr 2013 waren das laut den Palast-Betreibern 26.320 Gäste mehr (plus fünf Prozent) und ein um 1,3 Millionen Euro gestiegener Ticketumsatz (plus 4,9 Prozent). Und auch für dieses Jahr hatten sie sich einiges vorgenommen und auf viele Besucher gehofft. In der langen Schließzeit kündigte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) schließlich an, „aus der Not eine Tugend“ machen zu wollen und die ursprünglich für 2022 geplante Sanierung der Lüftungsanlage vorzuziehen. Anfang Januar 2021 will das Theater dann wieder öffnen.

Datum: 28. August 2020, Text: red, Bild: imago images/Christian Ditsch