Berlin-Mitte: Party-Ärger am Weinbergsweg

Anwohner klagen erneut über Lärm, Verschmutzung und Partytourismus.

Während der ersten Monate der Corona-Pandemie ist es auch rund um den Weinbergspark – sonst beliebter Ausgangspunkt für feierfreudige Berliner und Besucher der Stadt – ruhig geworden. Doch mit den steigenden Temperaturen und Lockerung der Corona-Maßnahmen kehren die Partytouristen allmählich zurück an den Rosenthaler Platz und den Weinbergsweg. Sehr zum Missfallen der Anwohner. Die klagen jetzt nicht nur über Lärm, Verschmutzung und Verstöße gegen die Schankvorschriften, sondern nehmen vermehrt Verstöße gegen die Hygiene- und Abstandsvorschriften wahr.

Bezirksamt soll Verantwortung nachkommen

„Die Menschen vor Ort werden doppelt vom Bezirksamt im Stich gelassen. Zum einen wird weiter zugelassen, dass im Weinbergsweg eine Art Berliner ,Ballermann‘ entsteht, zum anderen werden die für den Gesundheitsschutz so wichtigen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ganz offensichtlich nicht durchgesetzt“, erklärt nun der Vorsitzende der CDU-Fraktion Mitte, Sebastian Pieper. Seine Fraktion wolle Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) weiter drängen, „endlich entschlossen seiner Verantwortung nachzukommen“.

Immerhin habe es im vergangenen Jahr gleich zwei Beschlüsse gegeben, in denen das Bezirksamt aufgefordert wurde, den Kontrolldruck rund um den Park deutlich zu erhöhen. Dies sei jetzt mehr denn je notwendig, so der Appell. Das Bezirksamt müsse endlich klare Prioritäten setzen und den Anliegen der Anwohner, die sich unter anderem in der Bürgerinitiative Weinbergspark für weniger Müll und Partylärm einsetzen, nachkommen, sagt auch Piepers Fraktionskollege Olaf Lemke.

Datum: 15. August 2020, Text: kr, Bild: imago images/Jens Schicke