Berliner Badeseen: Behörde warnt vor Blaualgen und Zerkarien

Tegeler See

An den heißen Tagen zieht es viele Berliner an den Badesee. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales gibt Tipps für eine ungetrübte Abkühlung.

Ob Wannsee, Tegeler See oder Müggelsee: Derzeit suchen viele Berliner eine Erfrischung an einem der vielen Berliner Badegewässer. Nicht nur wegen der schönen Lage, sondern auch, weil – anders als in den öffentlichen Freibädern – keine coronabedingte Reservierung nötig ist. Doch auch an jenen Badestellen im Grünen gibt es einiges zu beachten. 

Zum Beispiel das Risiko, das von Algen ausgeht: Mit den hochsommerlichen Temperaturen hat sich das Wasser in den Badegewässern stark erwärmt. Das Wachstum von Blaualgen in nährstoffreichen Gewässern wird dadurch begünstigt.  „Einige der Blaualgen produzieren Toxine (Giftstoffe), die in erhöhten Konzentrationen die Gesundheit der Badenden beeinträchtigen können”, warnt das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso).

Hautreizung am Tegeler See

Die aktuellen Untersuchungsergebnisse würden allerdings zeigen, dass derzeit in keinem Berliner Badegewässer gesundheitlich bedenkliche Konzentrationen von Blaualgen und Blaualgentoxinen vorkommen. Das Auftreten von Algenblüten kann sich laut Lageso allerdings innerhalb weniger Stunden ändern. Blaugrüne Schlieren an der Wasseroberfläche deuten auf Algenansammlungen hin, meist einhergehend mit erhöhter Konzentration von Blaualgen.

Zudem können die hohen Temperaturen auch das kurzzeitige Auftreten von Zerkarien in den Badegewässern begünstigen. Zerkarien treten vermehrt in Uferbereichen mit vielen Wasserpflanzen und Wasservögeln auf und können Hautentzündungen verursachen. „Aktuell gibt es für den Tegeler See (siehe Archivfoto) eine Meldung zu Hautreizungen, die durch Zerkarien verursacht sein könnten”, so das Lageso. Der Nachweis von Zerkarien im Wasser sei allerdings schwierig. Zudem sei das Ausschwärmen der Zerkarien zeitlich begrenzt und nicht vorhersehbar.

Ufer mit Schlieren lieber meiden

Das Lageso rät zur Vorsicht und gibt folgende Verhaltenshinweise für Badefreunde:

– Nicht in trüben Gewässern mit stark verringerter Sichttiefe baden.

– Wasserpflanzenreiche Uferbereiche und Bereiche mit sichtbaren, grünen oder blaugrünen Schlieren oder  „Teppichen” meiden. Dies gilt insbesondere für Kinder.

– Die Badebekleidung unmittelbar nach dem Baden wechseln. Nach dem Bad sollte sich jeder kräftig mit dem Handtuch abrubbeln.

– Nach dem Baden duschen und die Badebekleidung gut ausspülen.

– Wasserfeste Sonnenschutzmittel verwenden.

–  Wasservögel nicht durch Füttern anlocken.

– Wenn nach dem Baden Hautreizungen, Reizungen der Atemwege oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Zudem bittet das Lageso um Unterstützung dabei, eine Vermüllung an den Ufern zu vermeiden, indem man Strand-Utensilien und Müll mit auf den Heimweg nimmt. Auch das trage dazu bei, eine gute Badegewässerqualität zu erhalten.

Baden verboten in der Spree

Generell verboten ist das Baden aus Sicherheitsgründen in folgenden Bereichen: in der Spree, in den Kanälen, in der Havel von der Insel Eiswerder bis zum Pichelsdorfer Gmünd, einschließlich der seenartigen Erweiterungen bis Höhe Schildhorn, in den Häfen, an Brücken, in Schleusen, an Schiffsanlegestellen sowie an Fähren.

Übrigens: Nicht nur in den Freibädern, sondern auch an den Badeseen müssen die Corona-Regeln in Sachen Abstand und Hygiene beachtet werden. Demnach muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

Weitergehende Informationen zu Blaualgen und Zerkarien sowie über die jeweilige Badestelle und die hygienische Beurteilung der Badegewässerqualität gibt es auf der Website des Lageso.

Datum: 14. August 2020, Text: red, Archivbild: imago images/Olaf Schuelke