Strandbad Tegel: Neuer Betreiber stellt seinen Plan vor

Strandbad Tegel

Vier Jahre lang lag das Strandbad Tegel im Dornröschenschlaf. Nun ist der Fortbestand  gesichert.

Am Dienstag haben die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) den neuen Betreiber vorgestellt: Es ist die neu gegründete Strandbad Tegelsee gGmbH. Gesellschafterin der Betreibergesellschaft ist der Neue Nachbarschaft/ Moabit e.V. Der Verein gilt als eine der größten Nachbarschaftsinitiativen der Stadt und wurde mehrfach ausgezeichnet. „Wir wollen den Berlinern ihr altes Strandbad Tegel wiedergeben“, sagte Geschäftsführerin Marina Naprushkina. Im Mai 2021 soll es wieder öffnen.

Neues Leben am Tegeler See

Kernpunkte des Betriebskonzepts seien Erholung und Kultur, im Vordergrund solle dabei das Gemeinnützige stehen, ließ Naprushkina wissen. So ist geplant, allen Kindern und Jugendlichen freien Eintritt zu gewähren, außerdem soll es ein niedrigschwelliges Kulturangebot geben, eine rein vegetarische Gastronomie sowie Freizeitangebote für junge Besucher. Anders als bei anderen Strandbädern üblich, wurde zum Betrieb des Bades ein Erbbaurecht für die Dauer von 40 Jahren vergeben. Diese Zeitspanne soll den neuen Betreibern Planungssicherheit geben, um die nötigen Investitionen, etwa in die Abwasseranlage, tätigen zu können.

„Für die Reinickendorfer und alle Berliner ist es ein gutes Signal, dass der öffentliche und überwachte Badebetrieb im Strandbad Tegel endlich wiederaufgenommen werden kann“, erklärte Berlins Sport-Staatssekretär Aleksander Dzembritzki (SPD). „Das Gelände wird wiederbelebt. Mit der Reaktivierung wird der lang gehegte Wunsch erfüllt, dass Tegel sein Strandbad endlich wiederbekommt und der Badespaß hoffentlich im kommenden Jahr starten kann.“

Bürger werden beim Neuanfang eingebunden

Vor vier Jahren war die Betriebsgenehmigung für das Strandbad Tegel erloschen. Die Suche nach einem neuen Betreiber gestaltete sich schwierig, nicht zuletzt wegen des großen Investitionsbedarfs.

Im September soll es eine Veranstaltung im Strandbad geben, bei der die Nachbarn und Interessenten beteiligt und zum Mitmachen aufgefordert werden, lässt der  Verein “I Love Tegel” wissen. Gemeinsam soll das Strandbad Tegel mit Ideen und Konzepten entwickelt werden. Das Investitionsvolumen, das sich an einem TÜV-Gutachten orientiere, liege bei rund einer Million Euro. 700.000 Euro sind dabei zwingend erforderlich, weiter 300.000 Euro benötigt man, um das Strandbad wieder attraktiv zu machen.

Senat in der Pflicht

“Die Senatsvertreter betonten auf Nachfrage, dass die öffentliche Hand keine finanzielle Unterstützung leisten würde”, so Felix Schönebeck, der Vorsitzende von “I Love Tegel”. Bei der Bewältigung der zentralen Aufgaben im Strandbad Tegel könne der neue Betreiber offenbar nicht auf Unterstützung oder ein Entgegenkommen des Senats bauen. Jahrelang habe man nicht in die Gebäude investiert und die Abwasserrohre mit Beton verfüllt. Die Busanbindung sei Sache der BVG, der Waldparkplatz Sache der Berliner Forsten.

“Das alles liegt in der klaren Verantwortung des Senats”, so Schönebeck, der der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Reinickendorf angehört. “Der mutige Betreiber sollte hier nicht im Regen stehen gelassen werden. Wir werden ihn mit allen Mitteln unterstützen und wünschen ihm ein gutes Händchen sowie viel Erfolg.”

Datum: 11. August 2020, Text: Redaktion/NM, Bild: imago images/Joko