Prenzlauer Berg: Widerstand gegen Abriss des Jahn-Stadions

Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark: Bürgerinitiative setzt sich für eine Umgestaltung des Stadions ein.

Widerstand ist zwecklos!“ Der markante Schlachtruf der außerirdischen Borg aus „Star Trek“ scheint auch für das Große Stadion im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark zu gelten. Sein Abriss ist laut der Behörde von Sportsenator Andreas Geisel (SPD) beschlossene Sache. Ein Neubau soll her, koste es, was es wolle.

Doch dagegen regt sich Widerstand. Die Pankower Bürgerinitiative Jahnsportpark, die inzwischen schon von 200 Berlinern unterstützt wird, kämpft um das alte Stadion. Einer der Mitbegründer ist Philipp Dittrich (53). „Dieses Gebäude aus Stahl und Beton wurde erst vor 33 Jahren errichtet. Muss man das jetzt schon abreißen?“, fragt Dittrich.

Aus baulicher Sicht hätte der Tribünensockel dringenden Erneuerungsbedarf, schon um das Gebäude etwa für Rollstuhlfahrer nutzbar zu machen. Aber deshalb müsse man nicht das ganze Stadion dem Erdboden gleichmachen, um ein neues für 120 Millionen Euro darauf zu setzen.

So sieht es die Bürgerinitiative, die sich im Februar gründete und mit einer Petition gegen den Abriss kämpft. „Über 4.000 Unterschriften haben wir, 5.000 sind unser Ziel“, sagt Dittrich. Statt neu zu bauen, müsse die Sanierung des Stadions Priorität haben. Man sollte möglichst soviel erhalten, was geht.“

Immerhin sei die Arena zusammen mit dem Mauerpark ein wichtiges Zeitdokument der Teilung der Stadt. „Das kann man sich kaum vorstellen: Da saßen Menschen im Stadion, und etwa drei Meter hinter ihnen verlief die erste Sperre der Mauer zum Westteil der Stadt“, sagt Dittrich.

Den Senatsplan, den Jahn-Sportpark umzugestalten, unterstützt die Initiative wiederum. Die Hinterlandmauer ist immer noch da, steht unter Denkmalschutz. Nur das Stadion nicht, das laut Landesdenkmalamt nicht schutzwürdig sei.

Datum 6. August 2020, Text: Norbert Koch-Klaucke, Bild: imago images/Seeliger

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung der Berliner Zeitung.