Drei weitere Berliner Karstadt-Häuser sind gerettet

24.06.2020, Berlin - Deutschland. Karstadt in der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg. *** 24 06 2020, Berlin Germany Karstadt on Wilmersdorfer Strasse in Charlottenburg

Die Karstadt-Filialen an der Müllerstraße (Wedding), am Tempelhofer Damm (Tempelhof) und in der Wilmersdorfer Straße (Charlottenburg) bleiben geöffnet.

Darauf haben sich das Land Berlin, der Warenhaus-Konzern Galeria Karstadt Kaufhof und das Immobilien-Unternehmen Signa in einer Absichtserklärung verständigt. Im Rahmen des Gesamtpakets wurden Mietlaufzeiten zwischen drei und zehn Jahren vereinbart. Betriebsbedingte Kündigungen für diese Standorte sind für die jeweilige Betriebsdauer ausgeschlossen. Das Unternehmen wird bei langfristiger Standortsicherung rund 45 Millionen in insgesamt vier nunmehr gerettete Standorte zur Weiterentwicklung, Modernisierung und Stabilisierung investieren, heißt es aus Senatskreisen. Im Gegenzug will das Land federführend den Ausbau der Häuser Hermannplatz, Alexanderplatz und Kurfürstendamm unterstützen.

Bereits Mitte Juni war bekannt geworden, dass die Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof im Lichtenberger Ringcenter entgegen der ursprünglichen Planung bestehen bleibt. 

Aus für Standorte in Neukölln und Hohenschönhausen

Die Filialen im Lindencenter in Hohenschönenhausen und in den Gropius-Passagen in Neukölln werden allerdings schließen. Der Standort an der Gorkistraße Tegel wird nicht öffnen. Das sei “bedauerlich für die Kieze und die Mitarbeiter”. Die Verhandlungen zur Rettung des ebenfalls von einer Schließung bedrohten Karstadt Sport an der Joachimsthaler Straße in Charlottenburg sind noch nicht abgeschlossen.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte: “Für Berlin und für viele Beschäftigte bei Galeria Karstadt Kaufhof ist das nach den bisher geplanten Schließungen und dem damit verbundenen Stellenabbau und den negativen Auswirkungen auf die Versorgung und die Einkaufsqualität in den betroffenen Stadtbereichen ein großer Erfolg.”

Seit Jahren in der Krise

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hatte im Juni angekündigt, bundesweit 62 von 172 Filialen schließen zu wollen. In Berlin sollten ursprünglich sechs von elf Standorten sowie die besagte Filiale von Karstadt Sports dichtmachen. Bundesweit ist die Zahl der Filialen, die die Warenhauskette schließen will, auf 50 gesunken. Nach der coronabedingten Schließung seiner Filialen war das seit Jahren kriselnde Unternehmen umso mehr in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

Bürgermeisterin und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne): „Berlin hat um die bedrohten Standorte und Arbeitsplätze hart gekämpft. Mit der Vereinbarung haben wir ein gutes Gesamtpaket und ein starkes gemeinsames Committment für Berlin erreicht: Sicherung von Standorten, die für die jeweiligen Bezirke eine wichtige Ankerfunktion haben und der Erhalt von Arbeitsplätzen sowie Investitionen in die Modernisierung des Unternehmens.”

Datum: 3. August 2020, Text: Redaktion, Bild: imago images/Sabine Gudath