Berliner Osten: Die U5 soll Touristen auch in die Randbezirke bringen

U5 in Hellersdorf

Ein Kampagnen-Konzept für besondere Orte im Berliner Osten ist in Vorbereitung.

Wenn die 18,4 Kilometer lange Strecke der U-Bahnlinie 5 Ende 2020 um einen 2,3 Kilometer langen Tunnelabschnitt mit den neuen U-Bahnhöfen Rotes Rathaus, Museumsinsel sowie Unter den Linden erweitert wird, eröffnen sich nicht nur den City-Pendlern aus Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg zahlreiche neue Verkehrsmöglichkeiten. Auch Berlin-Touristen könnten von der Erweiterung in besonderem Maße profitieren. Das ist die Einschätzung des Senats, die er auf Anfrage des Marzahn-Hellersdorfer Grünen-Abgeordneten Stefan Ziller formulierte.

Bald besser erreichbar

Auf der einen Seite erwarte man mit der Fertigstellung aktueller Projekte wie dem Humboldt Forum weiterhin zahlreiche Berlin-Besucher in der „Neuen Mitte“. Hier könnten neue Attraktion ohne Umsteigen erreicht werden. Die neue U5 biete aber in der Gegenrichtung auch neue Möglichkeiten zur touristischen Erschließung des Berliner Ostens. Zahlreiche attraktive Orte in den Außenbezirken hätten schließlich das Potenzial für eine gezielte touristische Nutzung. Ein bezirksübergreifendes Projekt unter der Federführung des Bezirks Lichtenberg sei derzeit gemeinsam mit der senatseigenen Tourismusmarketinggesellschaft „visitBerlin“ in Planung und soll bis Ende 2020 umgesetzt werden.

Neue touristische Hot-Spots in den Stadtteilen 

In einer Kampagne mit dem Arbeitstitel „Entlang der U5 – Schnell Mittendrin – 4 Bezirke von unverwechselbar historisch über hip nach facettenreich zu grün“ sollen Besucher in die Ost-Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und insbesondere Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf gelockt werden. Als Beispiel für touristische Anlaufpunkte könnten Orte wie das Rathaus Lichtenberg, das Theater an der Parkaue, das Gelände der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße, der Tierpark und auch das Kulturforum Hellersdorf und der riesige Park auf dem ehemaligen IGA-Gelände an den Gärten der Welt gelten. „Die Entwicklung dieses Konzeptes sehe ich grundsätzlich positiv“, sagt Ziller. Die Sorge, dass der Bezirk von Touristen überlaufen werde, habe er nicht. „Davon werden wir noch lange weit entfernt bleiben. Für uns ist es jetzt wichtig, darauf Einfluss zu nehmen, welche Spots im Bezirk im Rahmen der Kampagne besonders beworben werden könnten.“ Entsprechende Anfragen für das Bezirksparlament seien dazu in Vorbereitung.

Datum 29. Juli 2020, Text: Stefan Bartylla, Bild: imago images / Hohlfeld