Berlin-Charlottenburg: Auto rast am Hardenbergplatz in eine Menschengruppe

Unfall_Hardenbergplatz

Ein 24-jähriger SUV-Fahrer verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und raste in eine Menschengruppe. Drei Schwerverletzte mussten in Krankenhäuser gebracht werden.

Am  frühen Sonntagmorgen kam es am Hardenbergplatz in Berlin-Charlottenburg zu einem schweren Verkehrs-Unfall, bei dem drei Menschen schwer und drei weitere leicht verletzt wurden. Aus der Joachimsthaler Straße kommend, wollte ein 24-jähriger Fahrer gegen 7.20 Uhr mit seinem schwarzen Mercedes-SUV nach links in die Hardenbergstraße in Richtung Charlottenburg einbiegen. Da er die Spur aufgrund zu hoher Geschwindigkeit nicht halten konnte, kollidierte er mit seinem Wagen an einem Ampelmast, kam von der Fahrbahn ab und raste mit dem schwarzen SUV auf den Vorplatz des Bahnhofes.

Dort fuhr er in eine Menschengruppe und erfasste sieben Personen. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt. Eine Person, die direkt unter den Wagen geriet, musste befreit und vor Ort reanimiert werden. Außerdem wurden 17 Personen, die die Szene beobachteten und unter Schock standen, seelsorgerisch betreut.

Großes Rettungsaufgebot

Zur Bergung und Behandlung der Verletzten waren neben 60 Einsatzkräften und zahlreichen Notrettungsfahrzeugen auch zwei Rettungs-Helikopter im Einsatz.

Bei den Leichtverletzten handelte es sich um zwei Frauen im Alter von 38 und 57 Jahren und um einen Mann, ebenfalls im Alter von 57 Jahren. Alle drei wurden nach ambulanter Behandlung wieder entlassen. Bei den drei Schwerletzten handelt es sich um drei Männer, von denen einer 32 Jahre alt ist. Die beiden weiteren Personen konnten noch nicht identifiziert werden, da sie nicht ansprechbar sind. Sie befinden sich in intensivmedizinischer Behandlung, wobei einer in Lebensgefahr schwebt.

Die Polizei Berlin nahm den unverletzten Fahrer in Gewahrsam. Eine bei ihm durchgeführte Atemalkoholmessung ergab einen Wert von ungefähr 0,7 Promille. Der Pressesprecher der Berliner Polizei betonte, dass es derzeit keinerlei Anhaltspunkte für eine politische oder religiöse Motivation gäbe. Man gehe von einem Unfall mit überhöhter Geschwindigkeit aus.

Zur Untersuchung der Unfallstelle wurden unter anderem auch Spürhunde eingesetzt, wohl auch um nach möglichen Drogenspuren zu suchen. Gegen den Fahrer werde nun wegen Verdachts auf Totschlag ermittelt, sagte eine Polizei- Sprecherin am Montagvormittag. Dafür sei es laut Polizei nicht nötig, dass ein Mensch gestorben sei. Hinweise auf ein illegales Autorennen gebe es nicht. 

Datum: 26. Juli 2020, Text und Bild: Stefan Bartylla