Berlin-Wedding: Die Zeit fürs Himmelbeet wird knapp

Favorisierter Ausweichstandort im Sprengelkiez ist bis 2024 belegt.

Etwas später als sonst und unter Corona-Bedingungen hat der Gemeinschaftsgarten vor einigen Wochen wieder seine Tore für Besucher geöffnet. Zwischen bunten Blumenbeeten kann jetzt wieder gegärtnert oder Kuchen gegessen werden. Über dieser Idylle inmitten des Wedding schwebt aber zunehmends die Gewissheit, dass es damit bald vorbei sein dürfte. Denn der Tag, an dem die Hobbygärtner das Areal verlassen müssen, der 31. Oktober, rückt immer näher. Und ein Ausweichstandort ist immer noch nicht gefunden. Der zuletzt favorisierte Ausweichstandort am Mettmannplatz scheint auch keine Alternative mehr zu sein. Ende Februar habe es zwar die lang ersehnte erste Ortsbegehung mit Vertretern des Straßen- und Grünflächenamts gegeben.

Letzte Saison an der Ruheplatzstraße

Doch bei einer Telefonkonferenz am 25. Mai habe sich dann herausgestellt, dass „die Fläche am Mettmannplatz wegen Bauarbeiten der Deutschen Bahn wahrscheinlich bis 2024 und aufgrund der bestehenden Baumvegetation für das himmelbeet nicht zu Verfügung steht“, heißt es vom Himmelbeet. Seitdem habe es trotz Ankündigung einer regelmäßigen Kommunikation keine weitere Gespräche mit dem Bezirksamt gegeben. „Dies bedauern wir sehr“. Daraus ergibt sich ein weiteres Problem: Die von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zugesicherten Gelder für einen Umzug des gesamten Gartens fließen nur, wenn die Betreiber noch in diesem Jahr eine neue Fläche finden und eine schriftliche Zusage des Bezirks vorliegt.

Etwas, woran das Himmelbeet-Team derzeit nicht so recht glauben kann. Bis es so weit ist, empfängt es aber noch einen letzten Sommer lang Besucher aus dem Kiez und der gesamten Stadt zum gemeinsamen Gärtnern und Kaffee trinken. 

Datum: 16. Juli 2020, Text und Bild: Katja Reichgardt