Müll-Knigge für Berlins Grün

Initiative “wirBerlin” setzt sich für sauberere Parkanlagen ein.

Müll quillt aus großen offenen Abfallbehältern. Tüten und Pizzakartons liegen daneben auf der Erde, umringt von leeren Sekt- und Bierflaschen. Ein kräftiger Wind, unterstützt von Krähen auf Nahrungssuche, verteilt an diesem Morgen Plastiktüten, Pappteller und weiteren Unrat in Gebüsche und auf Wiesen. Zwischen zwei Bäumen weht noch eine Partygirlande. All dies sind Überbleibsel eines Sommerwochenendes in Corona-Zeiten im Volkspark Hasenheide Neukölln. Nicht nur dort, sondern auch in anderen Grünanlagen der Hauptstadt mehren sich die Müllprobleme, wie einige dicht besiedelte Innenstadtbezirke auf Anfrage berichten. Die Initiative „wirBerlin“ hat deshalb nun einen Park-Knigge herausgebracht, in der Hoffnung auf Besserung.

Flyer verteilen

Der Knigge enthält acht Regeln in sechs Sprachen, wie die Parks sauber gehalten werden können: „Parks und Ufer sind keine Müllhalden, sondern Erholungsorte für uns ALLE. Hinterlasse sie so, dass sich die Nächsten auch wohlfühlen!“, heißt es darin. Grillverbot, Recycling und die Bedeutung von vermeintlichem Klein-Müll kommen zum Beispiel zur Sprache: „Kippen und Kronkorken sind giftig und gefährlich.“ Die Initiative möchte die Flyer in den Berliner Parks verteilen. Erst einmal 5.000 Stück seien im Hosentaschenformat gedruckt worden, sagte Projektleiter Sebastian Weise von der Initiative, die sich für eine nachhaltige Stadtentwicklung engagiert. Immer wieder ruft sie zu gemeinsamen Müllsammel- und Aufräumaktionen auf. Denn die zunehmende Vermüllung der Parks und Grünanlagen ist ein berlinweites Problem.

Müll-Hotspots

Auf die Frage nach ihren Müll-Hotspots schicken mehrere Bezirke eine Liste. Vom Lietzenseepark über den Tiergarten, das Spreeufer und den Urbanhafen bis zum Volkspark Friedrichshain. „Sämtliche Spiel- und Bolzplätze“, zählt Friedrichshain-Kreuzberg auf. Neukölln schreibt: „Betroffen sind eigentlich alle Grünanlagen, die eine gewisse Aufenthaltsqualität haben.“ Und Pankow: „Besonders betroffen sind alle größeren und stark frequentierten Parks, insbesondere auch, wenn dort Spielplätze vor Ort sind.“

Für die Reinigung der Parkanlagen sind die Bezirke zuständig. Im Rahmen eines Pilotprojekts werden zudem knapp 50 Grün- und Erholungsanlagen sowie Waldflächen von der Berliner Stadtreinigung (BSR) gereinigt. Mitte hat darüber hinaus eine Wochenendreinigung für besonders belastete Grünanlagen beauftragt. 

Datum: 15. Juli 2020, Text: red., Blz, Bild: imago images/Hohlfel