Marzahn-Hellersdorf: Privater Schulcampus für Mahlsdorf

In Mahlsdorf-Süd entsteht in den nächsten drei Jahren ein Bildungscampus, der nicht nur bis zu 2.000 Schülern Platz bietet, sondern die digitale Transformation der Bildung für alle Generationen auch erlebbar machen will.

In Marzahn-Hellersdorf werden im kommenden Jahr 3.100 Schulplätze fehlen. Zahlreiche Initiativen von Eltern, Lehrern und auch Kindern, haben in den vergangenen Monaten auf diesen Mangel aufmerksam gemacht. Ausweichplätze und auch zusätzliche Standorte zum Abbau dieser Misere werden in fast allen Ortsteilen des Bezirks gefordert. 

Neuer Anlauf

Jetzt nimmt sich ein neuer freier Träger dieser Herausforderung an. Dafür wurde vor wenigen Tagen eine Bildungscampus-Gesellschaft gegründet, die auf einem 30.0000 Quadratmeter großen Areal an der Pilgramer Straße in Mahlsdorf eine Antwort auf auf diese Misere finden möchte.

Demnach ist auf dem Gelände südlich des Möbelhaus-Komplexes von Porta nicht nur eine Schule für die Klassenstufen 1 bis 13 und rund 2.000 Schülern geplant.„Darüber hinaus wird der Bildungscampus eine Akademie für Lehrer, eine Hochschule, ein Auditorium, ein EdTech-Lab und den Office-Campus für Startups, ein Sport-Center, Aufführungsflächen, Café & Restaurant, sowie Ruhe- und Sozialräume“, erklärt Anja Best, Geschäftsführerin der privatwirtschaftlich geführten Bildungscampus Verwaltung und Betrieb UG, die für die Umsetzung des Projektes verantwortlich ist.

Das Konzept

Erfahrungen mit innovativen Bildungsprojekten habe man bereits seit über 15 Jahren gesammelt, erklärt Co-Geschäftsführer Wolfgang Laier auf Anfrage des Berliner Abendblattes. “Wir haben in den letzten Jahren zahlreiche Innovationen und Inspirationen in weltweit führenden Bildungsprojekten gesammelt und führen diese nun mit dem Bildungscampus zusammen”, sagt er. Das Projekt basiere auf drei Säulen: Dem Physikalischem Gebäude, einem durchgängigen Lern-Ökosystem für lebenslanges Lernen und einer Plattform für soziales Lernen und zur globalen Vernetzung von Schulen. Ein Ziel des Bildungscampus sei es, Lernen mitten im Leben stattfinden zu lassen – dynamisch, lebendig und vernetzt. “Es ist uns wichtig einer positiven Überzeugung zu folgen und diese Ideen in die Gesellschaft und zukünftige Bildung einbringen zu können – im Sinne des lebenslangen Lernens für alle Generationen”, so Laier.

Die Standortwahl für Marzahn-Hellerdorf sei aus verschiedenen Gründen getroffen worden: Neben dem hohen Bedarf an Schulplätzen biete Mahlsdorf sehr gute Voraussetzungen für das Projekt durch seine Nähe zu wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zentren.

Aktiv baue man dazu auch auf ein globales Netzwerk zu Bereichen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Bildung und Politik. “Der Bildungscampus verfolgt auch den Gedanken der Open Education, welcher Bildung für alle zugänglich macht”, so Laier, der betont, dass man das privat finanzierte Projekt so geplant habe, dass die Kosten nicht höher als für vergleichbare Projekte seien. Die Frage zur Höhe des gesamten Investitionsrahmens mochte Laier indes noch nicht beziffern.

Schnelle Umsetzung

Erste Projektskizzen zum Ausbau des Geländes sind auch schon vorhanden, dabei handelt es sich um Ideen und nicht um die eigentlichen Baupläne, da für den Campus der bestehende Bebauungsplan erst noch angepasst werden muss. Nach jetzigem Planungsstand ist die Eröffnung der Allgemein Bildenden Schule für 2022 vorgesehen. Nach und nach sollen dann die Fertigstellung der weiteren Bauabschnitte folgen. 

Noch kein Bauantrag.

Von all diesen Plänen weiß der der Marzahn-Hellersdorfer Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht allzu viel. 2018 hätten ihm die Initiatoren das Projekt vorgestellt. Nach seiner Kenntnis sei aber bislang kein Bauantrag gestellt worden und es habe bislang auch keine Gespräch mit dem Stadtplanungsamt gegeben. Grundsätzlich könnte ein solches Angebot den aktuellen Schulplatzmangel lindern. „Die Nachbarschaft muss aber selbstverständlich bei einem solchen Bauprojekt informiert und involviert werden“, so Lemm. Dies solle geschehen, wenn die Planungen entsprechend vorangeschritten seien und es grünes Licht vom Bezirk gegeben habe.

Mehr Infos zum Projekt:
www.bildungscampus.berlin

Datum: 6. Juli 2020, Bild: Bildungscampus Berlin, Text: red/ Stefan Bartylla