Der letzte Akt fürs Monbijoutheater

Nach knapp 22 Jahren mussten die Spielstätten abgebaut werden. Das Ensemble will aber an anderer Stelle weitermachen. 

Oben die Märchen, unten das Amphitheater und am Spreeufer die Tanzfläche, die im Sommer allabendlich Tanzfreudige und Zuschauer anlockte: Seit 1998 gibt es das Theater im Monbijoupark mit angrenzender Strandbar. Nun soll es damit endgültig vorbei sein. „Es waren sagenhafte Freiräume, die wir dort als Hexenkessel an der Spree Ende der 90er vor dem Bodemuseum erhielten und mit variierenden Park-Bühnen, den Theaterschiffen Marie und Frohsinn, Tanz am Ufer oder der Strandbar-Mitte zurückzugeben versuchten. Konzerte „umsonst und draußen“ im Anblick der illuminierten Museumsinsel, die uns die Götter rüberschickte“, so fasst das Monbijoutheater-Ensemble die vergangenen 22 Jahre zusammen.

Keine Genehmigung mehr erhalten

Es ist der letzte Akt in einem Stück, dessen Ende bereits vor knapp zwei Jahren absehbar war. Damals entbrannte ein Streit um die Zukunft des Theaters, zwischen dem Gründer Christian Schulz und seinem ehemaligen Partner David Regehr. Auch das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung mischten mit. Jahrelang wurden die Spielstätten mit einer Sondergenehmigung in dem Park geduldet. Die Betreiber hatten den Spielbetrieb dennoch fortgesetzt, mussten aber schließlich Ende 2019 kapitulieren.

Jetzt herrscht dort, wo früher gespielt und getanzt wurde, erstmal Leere. Schulz musste die Hütten selbst abbauen lassen, sonst hätte der Bezirk den Abbau übernommen – für 40.000 Euro. „Das Wunderwerk Monbijoutheater ist kaputt, der Ort wieder eine hässliche Brache wie vor 22 Jahren – die neu zugezogenen Anwohner haben ihre Ruhe“, resümiert Schulz in einer entsprechenden Mitteilung. Gleichzeitig ist das Ensemble auf der Suche nach einer neuen Heimat, in der sie den Zauber von einst wiederaufleben lassen können. 

Datum: 12. Juli 2020, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images/Joko