Berliner Seen und Flüsse – Auf zu heimischen Ufern

Sommerfeeling

An den vielen Berliner Gewässern lässt sich der Sommer genießen.

Der Juni hat es gezeigt: Berlin kann Sommer – auch mit Corona. 240 Sonnenstunden und eine Durchschnittstemperatur von 19,4 Grad machten Berlin und Brandenburg im vergangenen Monat zur wärmsten Region Deutschlands. Bestes Badewetter also, wie auch der Besucherzuspruch am Strandbad Plötzensee am vergangenen Wochenende bewies. „Die Kunden haben die neuen Abstands- und Hyieneregeln erstaunlich gut akzeptiert“, erläutert Matthias Oloew, Sprecher der Berliner Bäder Betriebe die aktuelle Situation. Das Online-Ticket-Verfahren zum Kauf der Eintrittskarten habe einwandfrei funktioniert und aufgrund der Einschränkungen und der limitierten Ticketkontingente müsse man in diesem Jahr immerhin auch nicht mit überfüllten Bäder rechnen, so Oloew.

Schöne Plätze

Glaubt man den Metereologen, stehen den Berliner im Juli und August noch mehr sonnige und heiße Wochen bevor. Wer jetzt von endlosen Chill-Nachmittagen und Strand-Feeling bei plätschernden Wasserwellen träumt, muss aber weder weit reisen, noch zwingend auf eine Eintrittskarte für eines der Berliner Schwimmbäder hoffen. Die schönen Plätze am Wasser – zumindest für ein Sonnenbad – lassen sich schließlich überall in Berlin per Bus, Bahn, mit dem Fahrrad oder zu Fuß prima erreichen. Rund 6.000 Hektar Wasserfläche mit großen und kleinen Seen, zahlreichen Kanälen, Teichen und Fließen hat die Stadt zu bieten.

Vorneweg sind es Spree und die Havel, die sich quer durchs gesamte Berliner Stadtgebiet schlängeln und an deren Ufern sich unzählige Wiesen und Strandstellen finden. Im Südwesten ist es der Große Wannsee mit seinem Strandbad selbst, den Badestellen am Kuhorn oder in Heckeshorn unweit des Flensburger Löwen, wo man – ausgestattet mit Decke, Picknickkorb und einem gutem Buch – einen Sommertag wunderbar verbringen kann.

Lebhafte Ecken

Wer es etwas urbaner mag, sollte die Wiesen und Freiflächen an den Spreeufern in der östlichen City ansteuern: Hinter der East-Side-Gallery, auf der Freifläche des Yaam und des Holzmarktes in Friedrichshain sowie am Kreuzberger Spreeacker gibt es zum Chillen gleich ein Stückchen Club-Feeling mit dazu, wenngleich das Baden hier leider nicht möglich ist.

Etwas ruhiger geht es an den Liegewiesen am Treptower Park, an den Uferstellen auf der Halbinsel Stralau, beim Spaziergang rund um die Rummelsburger Bucht oder an der Oberspree zu. Noch weiter südostwärts locken die klassischen Strandbäder in Friedrichshagen, Wendenschloß, Grünau und am Müggelsee Sommerbadegäste an.
Kleinere Teiche. Für alle, die nur etwas Entspannung am Wasser suchen, hält Berlin jede Menge Wassernähe auch an kleineren Teichen, Seen und Flüssen bereit. Entlang der Panke im Wedding und in Pankow, am Ufer des Schäfersees in Reinickendorf, auf den Stegen am Tempelhofer Hafen, am Charlottenburger Lietzensee oder am Kreuzberger Engelbecken stimmt die Mischung aus Stadtpark und Liegewiese.

Wer es etwas wassersportlicher mag, für den hat Berlin reichlich zu bieten. So führen Stand-up-Paddle-Touren nicht nur über den Landwehrkanal, sondern auch ins idyllische Neu-Venedig in Rahnsdorf. Wer es klassischer mag, nutzt die vielen Charterangebote für Motor-, Paddel-, oder Ruderboote zwischen Müggel- und Wannsee. Ganz lässig genießt man die Architektursensationen der Berliner City oder die Wasseridylle in und um Köpenick oder an der Halbinsel Schildhorn schließlich von den Flussdampfern aus, die auf allen Flüssen und Seen kreuzen.

Datum: 2. Juli 2020, Text: Stefan Bartylla, Bild: imago images/Westend6