Berlin-Dahlem: Eine Weltreise voller Blüten

Botanischer Garten

Der Botanische Garten in Dahlem lockt mit farbenfrohen Attraktionen zu einem Sommerspaziergang.

Der traditionsreiche Botanische Garten in Dahlem ist die vielfältigste Grünfläche, die die Stadt zu bieten hat. Auf 43 Hektar Fläche gibt es hier rund 20.000 Pflanzenarten.

Jetzt zum Start der Sommerferien ist im Botanischen Garten gerade die schönste Blütenpracht zu erleben. Mit seiner abwechslungsreichen Pflanzengeografie gleicht die Anlage einer bepflanzten Weltkarte und bietet die allerschönsten Reisemöglichkeiten in die ganze Welt: Die osteuropäische Steppe gleicht einem wogenden Meer aus Österreichischem Lein mit Schwarzpurpurnem Lauch und lässt an die schönsten Stellen der ungarischen Puszta denken. Im Kaukasus wartet der Falsche Orient-Mohn mit handtellergroßen Blüten auf und die Rosen rund um den Rosenpavillon verströmen ihren lieblichen Duft.

In den Wiesen blühen Salbei, Margeriten und Klappertopf, während die Pflanzen im Duft- und Tastgarten ihre Duftnoten von Ananas bis Zitrone verströmen. Obwohl die Gewächshäuser weiterhin aufgrund der Corona-Anordnungen geschlossen bleiben, lohnt sich ein Besuch im Botanischen Garten. „Bei uns lässt sich die Blütenpracht der gesamten Welt quasi auf einer Wanderung mit Siebenmeilenstiefel genießen“, wirbt Pressesprecherin Gesche Hohlstein für den Blütenzauber auf den Freiflächen des Geländes.

Florale Weltumrundung

Jetzt tauchen im Sumpf- und Wassergarten viele sonst in der Tiefe verborgen lebende Pflanzen auf, wenn ihre Blütenstände sich über die Wasseroberfläche erheben. Die Weiße Seerose, die Königin der heimischen Seen und Weiher kann in voller Pracht entdeckt werden und im Moorbereich bezaubern die strahlend weißen Fruchtstände des Wollgrases die Szenerie.

In die Berge

Auf dem weiteren Weg geht es vorbei an herrlich blühenden Salbei-Margeriten-Wiesen und auf dem Weg zum Rosenpavillon gibt es die leuchtende Silberkerze aus Nordamerika sowie verschiedene Geißblatt- und Schneeballarten zu entdecken. Der Rosenpavillon selbst verspricht mit seinen Wildrosen, englischen Teerosen und Kletterrosen ein Bad in Duft und Farbe.

Dahinter warten die Prärien Nordamerikas, die den Eindruck vom „Goldenen Westen“ mit Kalifornischem Goldmohn, Goldrute und vielen weiteren Korbblütlern vermitteln. Weiter geht es durch die immerkühlen Wälder Japans, in denen man wundervollen Taglilien, Funkien und Prachtspieren begegnet, ehe die Gebirgsflora des Himalaya die Besucher verzaubert: Blutrotes Fingerkraut und Schlangenknöterich heißen die Exoten der zentralasiatischen Gebirge, die hier in bunten Farben leuchten. Jetzt im Sommer steht auch der Arzneipflanzengarten in voller Blüte. Fingerhut, Königskerzen, Artischocke und Hunderte weiterer Arzneipflanzen gibt es zu entdecken.

Im Alpenreich des Botanischen Gartens grüßen schließlich Edelweiß, Enziane und Alpenrosenarten. Die Blüten des Hohen Rittersporns locken zudem unzählige Hummeln, während nur wenige Schritte entfernt Lavendel und Winterbohnenkraut duften. „Unsere Berganlagen sind jetzt im Sommer die ganz große Attraktion. Hier lassen sich die Pflanzenwelten der Pyrenäen, der Alpen, der Karpaten bis zum Balkan, den griechischen Bergen und dem Kaukasus wenige Schritte voneinander entfernt erleben“, lädt Gesche Hohlstein die Besucher auf das traditionsreiche Gelände ein.

Tickets sind derzeit nur per Online-Buchung erhältlich. Die Tagestickets kosten sechs, ermäßigt drei Euro.
Buchungern und weitere Infos online: Botanischer Garten

Datum: 28. Juni 2020, Text red / Stefan Bartylla, Bild: imago images/bernard bialorucki