Alle vier Minuten kracht es auf Berlins Straßen

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Auf den Straßen wurden 2019 wieder mehr Unfälle gezählt.

Der Verkehr auf Berlins Straßen bleibt gefährlich. Alle vier Minuten kracht es irgendwo in den Bezirken. 147.306 Verkehrsunfälle registrierte die Berliner Polizei im vergangenen Jahr und musste damit einen Anstieg der Vorfälle gegenüber dem Vorjahr um fast genau zwei Prozent bilanzieren. Das sind die wichtigsten Zahlen der Berliner Unfallstatistik 2019.

Weniger Verkehrstote

Fast genau 18.000 Menschen kamen bei diesen Unfällen zu Schaden. Immerhin bedeutet diese Quote einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr. 15.458 Menschen (minus 172) wurden dabei leicht- und 2.299 (minus 243) schwer verletzt – die Zahl der Unfalltoten verringerte sich in diesem Zeitraum von 45 im Jahr 2018 auf 40 im Jahr 2019. Ein neuer Posten in der Verkehrsunfallstatistik ist die Auflistung der Verkehrsunfälle, die sich mit Beteiligung von sogenannten Elektrokleinstfahrzeugen ereigneten. In der zweiten Jahreshälfte 2019 waren das immerhin 284 Unfälle, an denen Fahrer der kleinen E-Scooter beteiligt waren. 145 Personen wurden bei Unfällen mit Mietscootern leicht- und 32 schwer verletzt. Auffällig hier: Fast 90 Prozent der E-Scooter-Fahrer waren bei diesen Verkehrsunfällen auch die Unfallverursacher.

Radeln wird sicherer

Trotz steigender Zahl an Radfahrern in der Hauptstadt weist die Statistik des vergangenen Jahres sinkende Zahlen bei Unfallbeteiligungen mit Radlern aus. Während sich im Jahr 2019 noch fast 8.000 Unfälle ereigneten, sank diese Zahl im Jahr 2019 um 117 Unfälle. Auch die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer verringerte sich von elf im Jahr 2018 auf sechs im vergangenen Jahr. Hauptursachen bei Unfällen mit Radfahrern war die Nutzung von falschen Fahrbahnen, Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr, Missachtung von roten Ampeln und zu hohe Geschwindigkeit. Richtig gefährlich ist es laut Polizeistatistik für alle Radler auf der Oberbaumbrücke, am Frankfurter Tor und an der Mollstraße/Ecke Otto-Braun Straße.

Geblitzt und kontrolliert

In Sachen Verkehrsüberwachung hatte die Berliner Polizei im vergangenen Jahr mächtig zu tun: Insgesamt 4,5 Millionen Verkehrsordnungswidrigkeiten wurden auf Berliner Straßen festgestellt. 1,9 Millionen Mal war die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer zu hoch, 26.000-mal wurden rote Ampeln missachtet und 83.000-mal mussten Fahrzeuge umgesetzt werden. 362-mal mussten die Berliner Ordnungshüter bei illegalen Autorennen einschreiten – die Top-Five der Rennstrecken im Berliner Stadtgebiet waren die A100, der Tiergartentunnel, die Kantstraße, die Pankower Allee und die Hasenheide. Insgesamt 197 Führerscheine und 186 Kraftfahrzeuge wurden im Zusammenhang mit illegalen Straßenrennen eingezogen

Die Raserrekorde im vergangenen Jahr

. Den zweifelhaften Titel des Spitzenreiters aller im vergangenen Jahr gemessenen Geschwindigkeitsüberschreitungen kann ein Fahrer verbuchen, der anstatt der erlaubten 80 Stundenkilometer auf der Seestraße mit satten 208 Kilometern pro Stunde gemessen wurde. Und auch die 107 Stundenkilometer auf dem mit Tempo 30 reglementierten Tempelhofer Damm findet sich in der Rekordliste der Berliner Polizei für das Jahr 2019 als besonderer Spitzenwert.

Datum: 27. Juni 2020, Text: Stefan Bartylla, Bild: Imago images / Stefan Zeitz: