Berlin-Marzahn: Ein Brücken-Kreisel für die TVO

Kreiselbrücke TVO

Vorsortierter Knotenpunkt soll konfliktfreie Überfahrten ermöglichen.

Seit 2012 gibt es den Hovenring in Eindhoven. Die Konstruktion ist eine kreisrunde Brücke, die konfliktfreie Überfahrten über eine Kreuzung ermöglicht. Genau so ein spektakuläres Bauwerk soll auch am Knotenpunkt Alt-Friedrichsfelde/Alt-Biesdorf/Märkische Allee eine autofreie Verteilerebene für Radfahrer und Fußgänger schaffen, teilte der Senat jetzt mit. Der Lückenschluss der Tangentialen Verbindung Ost, kurz TVO, zwischen Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick soll schließlich an diesem Knotenpunkt beginnen. Das runde Brückenbauwerk, das von vier Pfeilern getragen wird, soll „bei hoher Belastung sichere Verkehrslösungen schaffen und den Flächenverbrauch minimieren“, so der Senat.

Auf drei Etagen

Die Kreuzung im Osten der Stadt, an der die Bundesstraße B158 in die B1/B5 mündet, werde in Zukunft drei Ebenen haben. Der Kraftfahrzeugverkehr in Ost-West-Richtung soll in Tunnellage verlaufen, Ampelanlagen wird es für ihn dort künftig nicht mehr geben. Rampen schaffen Verbindungen zum Nord-Süd-Verkehr, der ebenerdig geführt wird. Darüber erhebt sich dann die geplante kreisförmige Brücke. Auf ihr können Fußgänger und Radfahrer den Knotenpunkt passieren, ohne von Autos gefährdet oder von Ampeln aufgehalten zu werden.

Zur Entlastung gedacht.

Als neue Nord-Süd-Straße soll die TVO angrenzende Ortsteile wie Friedrichsfelde, Karlshorst, Biesdorf und Köpenick von Verkehr entlasten. Für den Kraftfahrzeugverkehr werden zwei Fahrstreifen pro Richtung angelegt. Flankiert wird die geplante, rund 7,2 Kilometer lange Verbindung jenseits der Schallschutzwand von einem vier Meter breiten Zwei-Richtungs-Radweg und einem 2,40 Meter breiten Gehweg auf der Ostseite. Neu ist, dass die Planer nun auch eine Bushaltestelle und Treppenanlagen hier vorgesehen haben, damit die Fahrgäste in die U-Bahn-Linie U5 umsteigen können. Sie hält nahebei im Bahnhof Biesdorf-Süd. Am S-Bahnhof Wuhlheide wird ebenfalls ein Wechsel zwischen Verkehrsmitteln möglich sein.

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung der Berliner Zeitung. Hier geht’s zum ursprünglichen Artikel.

Datum: 25. Juni 2020, Text: Peter Neumannn, Bild: Kolb Ripke Architekten