Berlin-Kreuzberg: Komische Oper gibt Hinterhofkonzerte

Seit 2012 sucht die Komische Oper mit ihrem Outreach-Projekt „Selam Opera!“ und dem Operndolmus die Nähe zum Publikum, direkt vor Ort im Kiez.

Seit 2012 sucht die Komische Oper mit ihrem Outreach-Projekt „Selam Opera!“ und dem Operndolmus die Nähe zum Publikum, direkt vor Ort im Kiez.

Der Name Operndolmus spielt auf die in der Türkei üblichen Sammeltaxis an, erklärt die Einrichtung auf ihrer Website. Ein Kleinbus voll besetzt mit Künstlern der Komischen Oper besucht regelmäßig Einrichtungen in Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Bürgern unterschiedlichster Kulturkreise und präsentiert vor Ort eine szenisch-musikalische Reise durch 500 Jahre Operngeschichte im Miniformat. Nach Ende des Fastenmonats Ramadan präsentiert das Team nun unter dem Titel „Komsu Dolmus“, was so viel bedeutet wie „Voll mit NachbarInnen“, kurze Konzerte in Berliner Hinterhöfen. Natürlich Corona-kompatibel.

Live-Erlebnis ohne Technik

Das Live-Musiktheatererlebnis – ohne jegliche Verstärkung oder Technik – startet am 8. Juni in Kreuzberg mit drei Musikern sowie zwei Sängern der Komischen Oper. Das Programm dauert nur knapp 20 Minuten und greift laut Mitteilung des Hauses folgende Themen auf: Der Barbier von Sevilla erinnert an den so dringend herbeigesehnten Friseurbesuch; Spolianskys “Einmal möcht’ ich keine Sorgen haben” drückt gleichermaßen Verunsicherung wie Hoffnungsschimmer aus und Baris Manços „Daglar Daglar” erzählt von der Sehnsucht, endlich wieder mit geliebten Menschen vereint zu sein.

Nur für Anwohner

Die Konzerte sind kostenlos. Alle Bewohner sind dazu aufgerufen, vom eigenen Fenster oder Balkon aus die Darbietung zu genießen. „Wir werden am Montag ab 18 Uhr mit zwei Ensembles gleichzeitig in verschiedenen Hinterhöfen im Kreuzberger Chamissokiez auftreten“, erzählt Julia Maier, Mitarbeiterin Audience Development für „Selam Opera!“. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage seien die Konzerte jedoch nicht öffentlich, sondern würden sich nur an die Anwohner in den betreffenden Höfen richten. „Insgesamt besuchen wir mit unseren Ensembles fünf Höfe zwischen der Arndtstraße, dem Chamissoplatz und der Willibald-Alexis-Straße und spielen dort jeweils unser circa 20-minütiges Programm mit bekannten und weniger bekannten Opern-Hits sowie einem populären türkischen Lied.“

Datum: 7. Juni, Text: Lisa Gratzke, Bild: robert-recker.de