Berlin testet die neue Freiheit

Barkeeperin

Ob Kinos, Kneipen oder Fitnessstudios: Berlin lockert sich immer weiter in Richtung gewohnter Alltag.

Wer am Pfingstwochenende durch die Straßen Berlins geschlendert ist, der hätte vielerorts fast vergessen können, dass  Corona überhaupt existiert. Haufenweise Sonnenanbeter haben sich in Parks, Cafés und Restaurants getummelt. Oft waren es nur die Gesichtsmasken der Kellner, die  daran erinnert haben, wie präsent das Virus doch noch immer ist. Denn anderweitig kehrt Berlin in großen Schritten Richtung Alltag zurück. Vergangene Woche hat der Senat weitere Lockerungen beschlossen, die zu Teilen bereits in Kraft getreten sind. Hier ein Überblick der aktuellen Lage.

Treffen mit anderen

Die Kontaktbeschränkungen sind bis zum 4. Juli verlängert worden. Es dürfen sich aber zwei Haushalte oder bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten gemeinsam im öffentlichen Raum treffen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss weiterhin eingehalten werden. Veranstaltungen und Zusammenkünfte im privaten oder familiären Bereich von bis zu 50 Personen sind erlaubt, sofern dies aus zwingenden Gründen erforderlich ist. Seit dem 2. Juni ist eine private Kinderbetreuung wieder möglich.

Kneipen öffnen

Auch reine Schankwirtschaften, Rauchergaststätten, Shisha-Gaststätten und Sisha-Bars dürfen seit Anfang Juni wieder öffnen – und das sogar bis 23 Uhr. Allerdings dürfen Getränke nur an Tischen angeboten und verzehrt werden. Wie auch in der Gastronomie, ist zwischen den Tischen einschließlich Bestuhlung ein Mindestabstand von 1,5 Metern  einzuhalten. Weiterhin kritisch steht es um die Berliner Clublandschaft. Wie und wann es hier weitergeht, ist noch nicht bekannt.

Ins Kino

Im Nachbarland Brandenburg durften Kinos bereits am 6. Juni öffnen. Die Berliner Betreiber müssen noch bis zum 30. Juni warten.  Anders sieht es bei den Freiluftkinos aus: In Kreuzberg, Friedrichshain und Rehberge etwa laufen bereits wieder Filme unter besonderen Vorkehrungen, inklusive Abstandswahrung und Ticketkauf vorab im Internet. Wie die Berliner Zeitung berichtet hat, kommen für das Kino Colosseum im Prenzlauer Berg alle Lockerungen zu spät. Für das Filmtheater an der Schönhauser Allee sei am 22. Mai beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz angemeldet worden. Ein Insolvenzverwalter sei bereits eingesetzt.

Fitnessstudios

Aufatmen bei allen Muckibuden. Diese und ähnliche Unternehmen, gewerbliche Sportanlagen, sportbezogene gewerbliche Freizeitangebote, gewerbliche Tanz- und Ballettschulen sowie gewerbliche Bildungsangebote, die das gemeinsame Sporttreiben beinhalten, können seit dem 2. Juni wieder besucht werden. Allerdings auch das unter Auflagen.

Ähnlich wie zum Beispiel die stadtweite Studio-Kette „SuperFit“ handhaben es auch viele andere: Umkleiden sind nur geöffnet, um Wertsachen zu verstauen. Duschen und Saunen bleiben geschlossen.  Die Mitgliederanzahl der Trainierenden richtet sich nach der Anzahl der nutzbaren Geräte. Das Tragen einer Maske während des Trainings ist freiwillig, das mitgebrachte Handtuch soll der Körpergröße entsprechen und auf regelmäßiges Desinfizieren und Händewaschen geachtet werden.

Spielhallen

Spielhallen, Spielbanken, Wettvermittlungsstellen und ähnliche Betriebe dürfen  seit dem 2. Juni wieder für den Publikumsverkehr öffnen.

Berliner Kulturlandschaft

Veranstaltungen und Zusammenkünfte im Innenraum sind ebenfalls seit dem 2. Juni mit bis zu 150 Personen und ab dem 30. Juni mit bis zu 300 Personen erlaubt. Unter freiem Himmel dürfen bei solchen sogar bis zu 200 Personen zusammenkommen, ab dem 16. Juni sind bis zu 500 und ab dem 30. Juni bis zu 1.000 Personen zugelassen.

Datum: 2. Juni 2020, Text: Lisa Gratzke, Bild: imago images/Thomas Müller