Berlin-Karlshorst: Gedenkfest im kleineren Rahmen

Michael Müller zu Besuch im Russischen Museum

Feiern zum Kriegsende-Jubiläum sollen im Deutsch-Russischen Museum im September nachgeholt werden.

Am 8. Mai 1945 wurde im Offiziers-Casino in der Karlshorster Villa an der Zwieseler Straße die Kapitulationsurkunde unterzeichnet – der Zweite Weltkrieg in Europa und auch die Nazi-Diktatur waren damit beendet.

Zum 75. Jahrestag dieses historischen Ereignisses hatte das Deutsch-Russische Museum, das nun in diesem Haus untergebracht ist, ein besonders großes Programm auf die Beine gestellt: Eine Sonderausstellung mit dem Titel „Von Casablanca nach Karlshorst” sollte den historischen Ablauf in den Jahren 1943 bis 1945 aufzeigen und bedeutende Besucher den Ausstellungsstart sowie den besonderen Jahrestag in diesem Jahr prominent begleiten.

Großer Empfang wurde abgesagt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie Gesandte der alliierten Nationen hatten ihr Kommen angekündigt – aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden die Feierlichkeiten jedoch auf einen deutlich kleineren Rahmen reduziert. Statt des Bundespräsidenten und den Delegierten der Alliierten begutachteten der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) die neue Ausstellung, die in den kommenden Monaten auch in einer 360-Grad-Online-Version im Internet aufrufbar sein wird.

Am frühen Nachmittag hielt dann die „Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschisten“ im reduzierten Rahmen die traditionelle Kranzniederlegung zum 8. Mai an der Gedenkmauer im Hof des Hauses ab.

Wer den historischen Ort besuchen möchte, dem bieten die Museumsmacher trotz Corona-Präventionen in den kommenden Monaten Alternativen zum Rundgang durch die zum Teil engen Räume an. So ist die Ausstellung „Die deutsche Kapitulation im Mai 1945“ in Form einer weitläufigen Open-Air-Variante schließlich im weitläufigen Garten des Hauses zu sehen.

Gedenkplatz am Russischen Museum

(v.l.n.r.) Die Lichtenberger Stadträte Kevin Hönicke (SPD) und Katrin Framke gemeinsam mit Bürgermeister Michael Grunst (beide Die Linke) an der Gedenkstätte auf dem Hof des Museums

Nachholtermin mit Fest im großen Garten am 2. September geplant

„Leider mussten wir auch auf das traditionelle Fest hier auf dem Gelände aus bekannten Gründen verzichten. Wenn alles klappt, wollen wir das aber am 2. September nachholen“, erläuterte Museums-Chef Jörg Morré die nächsten Pläne des Museums. An diesem Tag, an dem das globale Ende des Zweiten Weltkrieges gefeiert wird, soll dann im Garten und im Haus des Museums wieder groß gefeiert werden – kulinarische Spezialitäten aus Russland, Musik von der Bühne sowie Literatur im Saal und in Vorträgen sollen die Besucher erneut im geselligen Rahmen begeistern.

„Auch unsere Lichtenberger Musikschule hatte ein großes Programm mit der Aufführung der siebten Sinfonie von Schostakovitch zum 8. Mai geplant“, erläuterte Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) ein weiteres Detail der abgesagten Feierlichkeiten. Die Aufführung des im Jahr 1941 zur Zeit der Belagerung Leningrads durch Hitlers Truppen entstandenen Werkes, soll zum Fest im Herbst von den Lichtenberger Musikschülern aufgeführt werden.

 

Mehr Informationen gibt es beim Deutsch-Russischen Museum in Karlshorst

Datum: 11. Mai 2020, Text und Bilder: Stefan Bartylla