Berlin-Charlottenburg: Sorge ums Huthmacher-Haus

Linke-Fraktion will Abriss verhindern, SPD befürchtet langen Leerstand.

Seitdem die Pläne des Hamburger Investors, der Newport Holding, für das denkmalgeschützte Huthmacher-Haus im Jahr 2018 bekannt geworden sind, gibt es Unstimmigkeiten über die Zukunft des Gebäudes. Der Investor plant, das denkmalgeschützte Haus abzureißen und an gleicher Stelle einen Neubau zu errichten. 95 Meter statt bisher 60 Meter hoch, inklusive öffentlich zugänglichem Dachgeschoss und einem verglasten Café in der Mitte des Gebäudes. Nun scheint der Investor das Vorhaben voranbringen zu wollen. Laut Linken-Fraktion im Bezirksparlament habe die Entmietung des Hauses bereits begonnen, bis spätestens Januar 2021 laufen sämtliche Mietverträge demnach aus. Sie setzt sich nun dafür ein, dass ein Abriss des Hauses verhindert wird.

Weiterentwicklung im Einklang mit Plänen für den Hardenbergplatz

Immerhin, so heißt es im entsprechenden Antrag, mache die Bausubstanz laut Landesdenkmalamt keinen Abriss erforderlich. Das Bezirksamt solle sich vielmehr dafür einsetzen, dass das Gebäude ressourcensparend aus dem Bestand heraus zu einem sozial-ökologischen Hub für die City West entwickelt wird. „Dabei sollen insbesondere auch gemeinwohlorientierte Nutzungen in das Huthmacher-Haus integriert werden. Die Weiterentwicklung des Gebäudes muss mit der Entwicklung der Hertzallee und des Hardenbergplatzes in Einklang gebracht werden“, heißt es weiter in dem Antrag.

Langen Leerstand vermeiden

In den vergangenen Jahren seien zu viele Baudenkmäler der Nachkriegsmoderne den Abrissplänen von Investoren zum Opfer gefallen. Als ein Beispiel nennen sie den Gloria Palast, der im Jahr 2017 einem Büro-Neubau weichen musste. Leerstand möchte auch die SPD-Fraktion vermeiden. Eine endgültige Entscheidung zum möglichen Neubau oder der Sanierung des Huthmacher-Hauses müsse schnell gefällt werden. 

Datum: 1. Mai 2020, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images/Jürgen Ritter