Fitnessbranche in der Krise

Unter dem Motto „United in sports” kämpfen Fitnesscenter jetzt für eine schnelle Wiedereröffnung.

In der kommenden Woche sollen in Berlin wieder die Spielplätze geöffnet werden. Am 4. Mai ziehen die Friseursalons nach. Eine Branche fühlt sich bei den in den vergangenen Tagen beschlossenen Lockerungen jedoch übergangen: die Fitnessbranche. Auch die vielen Fitnesscenter, Gesundheits- und Yogastudios in der Stadt mussten Mitte März schließen. Einen Fahrplan, wann und wie es weitergehen könnte, gibt es bislang nicht. „Leider wurden Fitness- und Gesundheitsstudios, also Einrichtungen die gerade in unserer gesundheitlichen Krise eben genau diese Gesundheit fördern, bei der ersten Lockerungsphase der Corona-Maßnahmen nicht berücksichtigt“, heißt es deshalb jetzt in einer Online-Petition auf der Plattform Change.org, die sich für die baldige Wiedereröffnung von Fitness- und Gesundheitsstudios einsetzt.

Fitness sei systemrelevant

Bestenfalls soll ab Mai wieder in den Studios trainiert werden. Die Initiatoren der Aktion, die sich unter anderem an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wendet, drücken darin auch ihr Unverständnis darüber aus, dass beispielsweise Baumärkte und Möbelhäuser ihren Betrieb wieder aufnehmen können, Fitnesscenter aber komplett ausgeklammert werden. Das Thema Fitness und Gesundheit müsse gerade jetzt seine gerechtfertigte Systemrelevanz bekommen, heißt es. Immerhin würden knapp zwölf Millionen Deutsche regelmäßig in den Studios trainieren. Darunter einige, die hier einen Ausgleich zum stressigen Berufsalltag oder bei psychischer Belastung (wie auch in der derzeitigen Krisensituation) fänden.

Ideen für baldige Umsetzung

Für die zugegebenermaßen nicht einfache Umsetzung der Corona-Sicherheits- und Hygieneregeln in den Studios gibt es bereits Vorschläge. Dazu gehören das Tragen von Masken und Handschuhen für Mitarbeiter und Trainierende oder Einlassbeschränkungen, um die Zahl der Sportler möglichst gering zu halten. Duschen, Sauna und Umkleiden würden komplett geschlossen bleiben. Das alles sei „problemlos umsetzbar“. Innerhalb weniger Tage fand die Petition mehr als 14.500 Unterstützer.

Datum: 27. April 2020, Text: Katja Reichgardt, Bild: iStock/Getty Images Plus/SeventyFour