Berlin-Lichtenberg: Lummerland vor dem Ende

Liege- und Anliegeverbot in der Rummelsburger Bucht

Sie ist ein beliebtes Ausflugsziel vieler Bootsfahrer – doch künftig ist hier nur noch Vorbeifahren erlaubt: In der Rummelsburger Bucht werden in der kommenden Woche Schilder aufgestellt, um ein Festmach- und Liegeverbot auf der Lichtenberger Seite des Sees durchzusetzen. Anwohner des Ufers hatten sich lange dafür eingesetzt. Immer wieder habe es auf den Booten, die hier schon lange liegen, Partys gegeben, Lärm, außerdem illegale Müllentsorgung. Es steht dem Namen der Bootssiedlung, die hier immer weiter wuchs, entgegen: „Lummerland“ heißt der Verband, der in den vergangenen Jahren stetig wuchs, bis aus rund 20 Booten insgesamt 200 wurden.

Mit der Anzahl der Kähne wuchs auch die Zahl der Beschwerden. Im Februar 2019 klagte eine Anwohner-Gruppe bei Innensenator Andreas Geisel. Sie sprachen von Drogenhandel und Wasserverschmutzung auf Lummerland. Unter anderem werde der See zur Entsorgung von Fäkalien genutzt. Auch Clara Herrmann (Die Grünen), Umweltstadträtin von Friedrichshain, sprach von einem „Beschwerde-Hotspot“: Immer wieder gab es Klagen über Drogen, Müll, Aggressivität.

Nun ist Schluss mit dem Lotterleben auf dem Wasser: Jetzt sollen Verbotsschilder aufgestellt werden. Das Festmachen und Liegen mit Booten ist in sechs festgelegten Bereichen am Ufer dann untersagt – die Wasserschutzpolizei soll die Einhaltung der Regeln kontrollieren, heißt es in einer Mitteilung des Bezirksamtes. Ausgenommen vom Verbot seien Bereiche, für die Nutzungsverträge mit dem Wasserstraßenamt vorliegen.

Datum: 26. April 2020 Text: Florian Thalmann Bild: imagoimages/Olaf Wagner


Der vollständige Beitrag erschien am 19. April in der Berliner Zeitung.