Kulturflaute wegen Corona: So will Dieter Hallervorden die Berliner Theater retten

Dieter Hallervorden

Der Intendant des Schlosspark Theaters macht Vorschläge zu Abstand und Hygiene.

In Zeiten der Corona-Beschränkungen liegen Theater- und Konzertbesuche in weiter Ferne. Öffentliche Veranstaltungen in Theatern, Konzert- und Opernhäusern dürfen bis zum 31. Juli nicht stattfinden, und zwar unabhängig von der Zahl der Teilnehmenden. So hat es der Senat am Dienstag festgelegt.

Die lange Durststrecke stellt viele Spielstätten vor existenzielle Probleme. Der Intendant des Schlosspark Theaters in Steglitz, Dieter Hallervorden, hatte bereits einen Tag vor dem Senatsbeschluss Vorschläge gemacht, wie Theater schrittweise wieder geöffnet werden könnten. „Selbstverständlich unter Beachtung und Einhaltung der erforderlichen Hygiene- und Verhaltensregeln“, schreibt der Schauspieler und Kabarettist in einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke).

Inszenierung auf Distanz

In dem Schreiben von Montag schlägt Hallervorden vor, jede zweite Sitzreihe freizulassen und auch zwischen den Besuchern jeweils zwei Plätze nicht zu besetzen. Am Eingang könnten Masken verteilt und Theater vor jeder Vorstellung desinfiziert werden. Schauspieler bekämen zum Beispiel Anleitungen fürs Selbstschminken. Inszenierungen könnten gemäß den Abstandsregeln geändert werden. Die Gastronomie solle geschlossen bleiben.

„Meine Anregungen würden zwar die prekäre Situation speziell der Privattheater nicht verbessern, aber sie würden die Mitarbeiter motivieren und sie würden vor allem den Schauspielern helfen, ihre Existenzängste zu überwinden und nicht mehr und mehr in Depressionen zu fallen“, so der 84-Jährige. Lederer und Grütters äußerten sich bis zum Redaktionsschluss nicht zu dem offenen Brief.

Veranstaltungen im Netz

Das Schlosspark Theater setzt derweil, wie auch zahlreiche andere Berliner Bühnen, auf Online-Übertragungen. Jeden Freitag, um 19.30 Uhr, streamt Hallervorden eine rund 30-minütige Gesprächsreihe mit Künstlern, inklusive Sketche und Szenenausschnitte. Zu sehen ist „Geist mit Humor“ auf den Online-Plattformen. Facebook und Youtube.

Weitere Informationen gibt es auf der Website der Bühne in der Schloßstraße.

Datum: 22. April 2020, Text: Redaktion/NM, Bild: Hannes Caspar