Buchtipp: Wie Berlin zum Zentrum wurde

Wirtschaftsmetropole Berlin

Neues Buch zeigt die Geschichte der Hauptstadtregion im Überblick.

Dieser Tage wird gerne an die Gründung Groß-Berlins vor 100 Jahren erinnert. Am 25. April 1920 legte die Verfassungsgebende Preußische Landesversammlung mit dem Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin den Grundstein dafür, zumindest in politischer und rechtlicher Hinsicht. Sechs kreisfreie Städte, 59 Landgemeinden, 27 Gutsbezirke und reichlich unbebautes Land wurden eingemeindet. Berlins Einwohnerzahl verdoppelte sich von 1,9 auf 3,8 Millionen Einwohner.

Tatsächlich allerdings war die Hauptstadt bereits in den Jahrhunderten davor mit den Städten und Dörfern der Umgebung zu etwas verschmolzen, was man heute Metropolregion nennt. Wie es zur Herausbildung dieses politischen und wirtschaftlichen Zentrums an Spree und Havel kam, beleuchtet Felix Eschers Buch „Berlin wird Metropole. Eine Geschichte der Region“, das jetzt im Elsengold-Verlag erschienen ist.

Bleibende Spuren

Darin befasst sich der Stadthistoriker ausgiebig mit der Siedlungsgeschichte Berlins und seines Umlands. Zugleich wird deutlich, welche Spuren dieser Entwicklung noch heute erkennbar sind und wie sie die überregionale Geschichte im Berliner Raum widerspiegeln.

Auf ungefähr 170 Seiten spannt der Autor einen weiten Bogen. Von den Ursprüngen Berlins im Mittelalter über den Aufstieg der Doppelstadt Berlin-Cölln zum Handelszentrum und zur Residenzstadt sowie den Boom nach 1871 reicht der Erzählfaden bis in die Gegenwart. Vieles kann dabei nur schlaglichtartig betrachtet werden, dennoch werden immer wieder Zusammenhänge und Hintergründe aufgezeigt.

Sprachlich könnte das Ganze etwas lebendiger sein, für Auflockerung und Atmosphäre sorgen aber die zahlreichen Fotos und Illustrationen. Fazit: Eine solides Überblickswerk, das dazu einlädt, sich intensiver mit der Geschichte Berlins und Brandenburgs zu beschäftigen.

Datum: 20. April 2020, Text: Nils Michaelis, Bild: akg images