Berlin-Marzahn: Kinderbauernhof und SpieleWald brauchen dringend Hilfe

Corona-Krise: Betreiber hoffen auf Solidarität mit Tieren und Mitarbeitern.

Seit Mitte März ist das große Tor  am SpieleWald Eiche verschlossen. Ein Schild verrät den Grund: Die amtlich festgelegten Kontaktsperren im Zeiten von Corona verbieten derzeit den öffentlichen Betrieb.

Der SpieleWald Eiche mit dem Kinderbauernhof gehört zum Verein Spielplatzinitiative Marzahn. Seit fast zehn Jahren können sich Kinder auf dem betreuten Abenteuerspielplatz an der Straße von Hellersdorf nach Ahrensfelde beschäftigen. Dazu gehören neben den vielen Tieren auch Gärten mit Hochbeeten. Die Grundidee ist, Stadtkindern unabhängig vom Geldbeutel der Eltern Erlebnisse in der Natur zu bieten, sie selbst Erdbeeren, Zwiebeln, Radieschen und anderes Gemüse anbauen und ernten zu lassen.

Einnahmen weggebrochen

Doch derzeit wurden neben den Gartenprojekten auch alle weiteren Veranstaltungen abgeblasen. Für satte Einnahmen sorgen in normalen Zeiten Reitunterricht, Ponyreiten und Kremserfahrten, doch auch diese Angebote sind momentan untersagt. Hinzu kommen externe Events, wo das Team regelmäßig zugegen war: beispielsweise die Mittelaltermärkte in der Zitadelle Spandau und auf der Burg Storkow. Auch das Fest in Bernau wird in diesem Jahr nicht stattfinden und in Marzahn-Hellersdorf wurde die besucherstarke Aktion „Erlebe Deine Region“ auf unbestimmte Zeit verschoben.

„Die Maßnahmen der Corona-Pandemie belasten uns schwer, da alle – tatsächlich alle – Einnahmequellen wegfallen und unsere geringen Reserven aufgebraucht sind“, sagt Betreiberin Anna Freda. Ein Hilferuf in sozialen Netzwerken brachte bereits Erfolge. Von Spendengeldern konnte Pferdefutter für einen Monat gekauft werden und der Futterlieferant, die Lindenberger Mühle, schenkte dem Kinderbauernhof den kompletten Ostereinkauf – Futter für eine weitere Woche. „Wir reden hier allein von sechs Tonnen Heu für die Pferde“, sagte Anna Freda und freut sich sehr, dass auch viele Menschen Tüten mit Hundefutter, Äpfel, Möhren und Küchenabfälle an den Zaun hängen. „Aber allein mit diesen Gaben können wir die Tiere nicht ernähren.“

Gutscheine helfen

Sie bietet nun Gutscheine für Reitunterricht, Ponyreiten und Kremsertouren an. Diese Gutscheine können eingelöst werden, sobald die Sperren aufgehoben sind. Anna Freda hofft auf weitere Unterstützung. Schon einmal – 2018 – habe sie die große Solidarität der Nachbarn erlebt und umfangreiche Hilfe erfahren. Damals waren im SpieleWald Schäden angerichtet sowie Schafe und Enten gestohlen und getötet worden. “Wir werden nichts unversucht lassen, um auch über diese Zeit zu kommen”, sagt sie. “Auf dem Kinderbauernhof muss schnellstmöglich wieder Normalität einziehen. Denn eins ist Fakt: Auf unsere sozialen Projekte kommt nach der Pandemie viel Arbeit zu.”

Im SpieleWald  werden viele Tiere gepflegt, die aus schlechter Haltung gerettet wurden. 24 Pferde, zwei Esel, 32 Schafe, Hühner, Gänse und Enten, Hunde, Katzen und Hasen tummeln sich hier auf der Koppel oder in den Ställen. In normalen Zeiten sind in den Ferien und nach der Schule 25 bis 30 Kinder auf dem Hof. Sie kommen hauptsächlich aus dem Norden von Hellersdorf oder Marzahn. Die älteren Kinder und Jugendliche helfen auf dem Hof und bei der Tierpflege. Vor allem die Pferde und die Esel brauchen nicht nur ihre täglichen Streicheleinheiten, sondern auch viel Pflege.

Gutschein-Bestellungen, Buchungen und Hilfsangebote nimmt der SpieleWald unter  folgenden Kontaktmöglichkeiten entgegen:

(0174) 818 20 02

anna@redfeather-events.de.

https://www.facebook.com/Red-Feather-Events

Datum: 20. April 2020, Text: Redaktion/ Stefan Bartylla, Bild: SpieleWald