Spannender Spielplan an der Staatsoper Berlin

Einrichtung stellt die Weichen für die Zeit nach Corona.

Noch sind alle Kultureinrichtungen geschlossen, noch bietet die Staatsoper vergangene Erfolgsproduktionen per Video-on-demand an, da präsentiert sie jetzt den Spielplan für die Zeit nach Corona. Besondere Akzente setzen in der neuen Saison sieben Premieren im Großen Haus, das Format Linden 21 (mit vier Produktionen, darunter eine Uraufführung), die dritten Barocktage (13. bis 22. November 2020) sowie die Festtage (26. März bis 5. April 2021). Ebenso gehören 26 wiederaufgenommene Musiktheaterwerke sowie mehr als 90 Konzerte zum Kern des Spielplans.

Berühmter Briefroman

Insgesamt präsentiert die Staatsoper Unter den Linden 2020/21 rund 360 Veranstaltungen, zudem zahlreiche Projekte der Jungen Staatsoper. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie zudem dem Jubiläum der Staatskapelle Berlin, die ihr 450-jähriges Bestehen feiert: Eine Festwoche vom 5. bis 12. September 2020 wird hierbei den Höhepunkt bilden. Die Eröffnungspremiere der Spielzeit wird am 3. Oktober Luca Francesconis „Quartett“ sein, in der Regie von Barbara Wysocka, dirigiert von Daniel Barenboim. Die Zweipersonen-Oper nach Heiner Müllers gleichnamigem Schauspiel, das auf dem berühmten Briefroman „Gefährliche Liebschaften“ von Choderlos de Laclos basiert, wurde 2011 in englischer Sprache uraufgeführt und wird nun erstmals in einer deutschen Fassung auf die Bühne gebracht. Es singen Mojca Erdmann (Marquise de Merteuil, Rollendebüt) und Thomas Oliemans (Vicomte de Valmont, Haus- und Rollendebüt).

Viele Veranstaltungen

Weitere Premieren sind unter anderem „Lohengrin“ (13. Dezember), „Jenufa“ (14. Februar) und „La Fanciulla del West“ (13. Juni). 2020 blickt die Staatskapelle Berlin auf ihr 450-jähriges Bestehen zurück – Grund genug, dieses Jubiläum zu feiern! Neben dem Erscheinen einer CD-Edition bei der Deutschen Grammophon, einer Buchpublikation beim Hanser Verlag sowie einer Ausstellung im Apollosaal, findet das Jubiläum seinen Höhepunkt mit einer Festwoche vom 5. bis 12. September. Mehr Infos dazu online.

Und nun kurz noch ein Blick auf die aktuellen Streamingangebote: Vom 12. bis 13. April ist das Konzert der Staatskapelle mit den Anton-Bruckner-Sinfonien 4 bis 9 zu erleben. Vom 13. bis 14. April, jeweils 12 bis 12 Uhr, gibt es noch einmal den „Parsifal“ in der Inszenierung von Dmitri Tcherniakow unter anderem mit Andreas Schager und Anja Kampe sowie Daniel Barenboim am Pult.

14. April Violetter Schnee
Basierend auf einer Vorlage von Vladimir Sorokin reflektieren der Schweizer Komponist und Ernst-von-Siemens-Musikpreisträger Beat Furrer und der österreichische Librettist Händl Klaus die existenziellen Erfahrungen des Fremdwerdens und des Verlusts der Sprache angesichts einer drohenden Katastrophe und übersetzen diese in eine suggestive musikalisch-sprachliche Struktur..
15. April Verlobung im Kloster
Mehrere Paare, die nach mancherlei Verwirrungen und Verwicklungen schließlich zueinander finden, dazu gefoppte Drahtzieher, die sich in eigener Schlinge verfangen, bieten viel komödiantisches Potential, das Prokofjew auch voll ausschöpft – in Gestalt seiner lyrisch-komischen Oper, die voll von praller Theatralik sowie pointierter, geistreicher, und charmanter Musik ist.
16. April Der Rosenkavalier
Ärger mit der Verwandtschaft macht auch vor dem Wiener Hochadel nicht halt: Der ungehobelte Baron Ochs auf Lerchenau stört das morgendliche Tête-à-tête seiner Vetterin, der Feldmarschallin, mit ihrem jungen Liebhaber Octavian, um sie für seine eher von pekuniären Interessen geleiteten Hochzeitspläne um Hilfe zu bitten. Komödie mit der Musik von Richard Strauss.
17. April Der Spieler
Ist es Liebe oder Spielsucht, Geldgier oder Lust an der Macht über andere? Keiner Figur in Prokofjews Oper nach dem autobiographisch inspirierten Roman von Fjodor Dostojewski ist wohl ganz zu trauen. Aus Dostojewskis Psychogramm eines spielsüchtigen Ich-Erzählers formte Prokofjew hinreißende musikalische Charakterstudien im Deklamationsgestus.
18. April Beethoven Klavierkonzerte 1-5
Ludwig van Beethovens Klavierwerke sind in der Klavierliteratur von epochaler Bedeutung. Beethoven war selbst ein hervorragender Pianist, der viele seiner Werke entweder selbst aufführte oder sie für Schüler schrieb, um sie mit ihnen einzustudieren. Beethoven schrieb insgesamt fünf Klavierkonzerte mit Opuszahl und eine Fantasie für Klavier, Chor und Orchester.
19. April Jules Massenets Manon
Die Manon-Geschichte ist der Aufstieg einer hübschen Landpomeranze, die dem tristen Klosterleben ausweicht, in die Pariser High-Society. Mit ihrem ebenfalls kirchenflüchtigen Geliebten erblüht sie, um schließlich dem bühnenwirksamen Tod entgegen zu singen. Die gefeierte Inszenierung von 2007 mit der großartigen Anna Netrebkow in der Titelrolle.

Datum: 11. April 2020 Text: Manfred Wolf Bild: Monika Rittershaus/”Violetter Schnee”