Berlin: Das Tragen von Stoffmasken bleibt vorerst freiwillig

Ein Antrag für eine Pflicht zum Tragen der Masken wurde mehrheitlich abgelehnt.

Das Tragen von Stoffmasken über Mund und Nase bleibt in Berlin weiterhin freiwillig. Zum Abschluss des Gesundheitsausschusses in dieser Woche lehnten die Mitglieder mehrheitlich einen AfD-Antrag auf eine Pflicht zum Maskentragen, etwa in Supermärkten, ab.

Mehrere Politiker, darunter der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thomas Isenberg, appellierten jedoch an die Bevölkerung, freiwillig beim Einkaufen oder in Bussen und Bahnen eine Maske zu tragen. Der Ausschussvorsitzende Wolfgang Albers (Linke) mahnte hingegen, dass sich Maskenträger in falscher Sicherheit wiegen könnten. Würden Stoffmasken nicht korrekt gehandhabt, könnten sie zu Virenschleudern werden. Zudem sei eine Schutzwirkung nicht wissenschaftlich erwiesen. Über den Sinn eines Gebotes zum Tragen der Masken, wie es unter anderem in Österreich seit Wochen der Fall ist, wird kontrovers diskutiert.

Schutzwirkung ist umstritten

Experten sagen, dass auch ein selbst gemachter Mund-Nasen-Schutz andere Menschen schützen könnte, wenn der Träger – vielleicht unwissentlich – mit dem Coronavirus infiziert sei. Die derzeit international knappe Profi-Ausrüstung, wie zum Beispiel sogenannte FFP-Schutzmasken, sollte nach Einschätzung vieler Fachleute Ärzten und Pflegekräften vorbehalten bleiben. Viele Unternehmen und Privatpersonen haben sich auf die Fertigung der Masken spezialisiert. Darunter auch der Krawatten-Hersteller Auerbach. Auch auf den vielen Nachbarschaftsportalen finden sich häufig selbst gefertigte Stoffmasken zu niedrigen Preisen.

Datum: 7. April 2020, Text: red., Bild: imago images/Xinhua