Berliner Mieten: Mitte am teuersten, Marzahn-Hellersdorf am günstigsten

Wohnmarktbericht von Senat und IBB: Mietpreise steigen langsamer

Ob am Stadtrand oder im City-Kiez: Wer in Berlin eine Wohnung sucht, muss dafür immer tiefer in die Tasche greifen. Am deutlichsten zeigt sich dieser Trend in Mitte.  Im vergangenen Jahr lag die durchschnittliche Kaltmiete bei 13,45 Euro pro Quadratmeter. Das war ein Plus von 14,2 Prozent gegenüber 2017. Damit stiegen die Preise in diesem Bezirk weitaus rasanter und auf ein höheres Niveau als im Rest der Stadt. Die Berliner Durchschnittsmiete kletterte zwischen 2017 und 2019 um 6,9 Prozent auf 10,45 Euro.

Zwischen den Bezirken gibt es allerdings große Unterschiede. So stieg die Durchschnittsmiete in Lichtenberg um gerade einmal 1,2 Prozent auf 9,27 Euro. Am günstigsten fiel der Wert für Marzahn-Hellersdorf aus (7,90 Euro). Das geht aus dem aktuellen Wohnmarktbericht hervor, den der Berliner Senat und die Investitionsbank Berlin (IBB) jetzt vorgelegt haben.

Flächendeckend 12 Euro im Zentrum

Insgesamt hat sich der Anstieg der Mietpreise allerdings verlangsamt. Die Durchschnittsmiete lag 2019 1,3 Prozent höher als im Vorjahr, das war der geringste Anstieg seit Jahren. Es wurden auch wieder etwas mehr Wohnungen für weniger als sieben Euro angeboten. In der Innenstadt aber werden nahezu flächendeckend zwölf Euro verlangt, heißt es in dem Bericht.

Auch die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser steigen weiterhin. Im Schnitt wurden Eigentumswohnungen 2019 für 4.777 Euro pro Quadratmeter angeboten. 2018 waren es noch 4.200 Euro.

Weil Wohnen immer kostspieliger wird, leben die Berliner auf weniger Fläche. 38,1 Quadratmeter waren es 2018 dem Bericht zufolge pro Kopf. Für 2011 wurden 40,9 Quadratmeter ermittelt. Betrachtet man allein die Mieter, hatten diese 2018 im Schnitt 37,5 Quadratmeter pro Person zur Verfügung. Der bundesweite Durchschnitt liege bei 39,3 Quadratmeter, so die IBB.

IBB: Mietendeckel verhindert neue Wohnungen

Berlin brauche auch weiterhin zusätzliche Wohnungen, so IBB-Chef Jürgen Allerkamp. Der Mietendeckel könne allerdings Investoren vom Bauen abhalten. Mit dem Gesetz hat der Senat die Mieten im Februar für fünf Jahre eingefroren. Bausenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) sieht den Senatskurs durch die Zahlen des Wohnmarktberichtes bestätigt: Der Mietendeckel werde dafür sorgen, dass Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen nicht aus ihren Kiezen verdrängt würden.

Was die Belastung der Haushalte mit Wohnkosten betrifft, zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Zwar war die Wohnkostenbelastung in den vergangenen Jahren bei vielen Berlinern weiter hoch. So mussten 39 Prozent der Haushalte im Jahr 2018 mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kaltmiete ausgeben.

Zugleich ging die durchschnittliche Belastung zurück. Im Schnitt gaben alle Haushalte im selben Jahr rund 28 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kaltmiete aus. Das war etwas weniger als 2014 und 2010, was auch an gestiegenen Einkommen liegen dürfte. Der bundesweite Mittelwert liegt bei rund 27 Prozent.

Den kompletten Wohnmarktbericht gibt es hier.

Datum: 29. März 2020. Text: Redaktion. Bild: imago images/Frank Sorge.