Berlin-Buch: Tipps zur Schwangerschaft in der Coronakrise

Empfehlungen für eine Schwangerschaft in der Coronakrise

Geburtenzentrum im Helios Klinikum informiert werdende Eltern.

Das Coronavirus greift weiter vehement um sich. Täglich werden haufenweise Neuinfektionen registriert. Bestimmt sorgt sich jeder aktuell – der eine mehr, der andere weniger – um die eigene Gesundheit. Wie muss es dann erst sein, wenn noch ein weiteres Leben im eigenen Körper heranwächst und die Verantwortung umso größer ist. Das Geburtenzentrum im Helios Klinikum Berlin-Buch beantwortet Fragen und informiert werdenden Eltern darüber, wie sich Schwangere in Zeiten der Coronakrise richtig verhalten.

Entwarnung für Schwangere

Eine gute Nachricht bereits vorweg: Wie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe bestätigt, gibt es bisher keine Daten darüber, dass Schwangere, die an COVID-19 erkrankt sind, schwerer oder anders betroffen sind als Nicht-Schwangere. Beobachtungen weltweit würden zeigen, dass Sars-CoV-2 wahrscheinlich nicht über den Mutterkuchen, also die Plazenta, auf das ungeborene Kind übertragen werden kann und auch nicht mit Muttermilch übertragen wird. Auch in Zeiten der Coronakrise sei eine Schwangerschaft ein schönes Ereignis, bekräftigt Yvonne Schildai, leitende Hebamme im Kreißsaal vom Helios Klinikum Berlin-Buch. 

Gut auf Entbindungen vorbereitet

Das Klinikum sei mit seinem gesamten Geburtszentrum gut auf Entbindungen vorbereitet, gibt Michael Untch, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe, Entwarnung. „Unser Geburtshilfeteam arbeitet unter Berücksichtigung der allgemein gültigen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen kompetent weiter“, sagt die leitende Oberärztin des Geburtenzentrums Annette Isbruch. Untersuchungs- und Pränataldiagonostik-Termine fänden weiterhin wie gewohnt statt. Nur auf eine Begleitperson bei ambulanten Terminen müsse die werdende Mutter zur Sicherheit aller verzichten, ergänzt Isbruch.

Verhalten bei Schwangerschafts-Problemen

Unter 22 Schwangerschaftswochen (SSW), mit etwas schwerer Erkrankung (Fieber über 38 Grad) und Grippesymptomen müssen sich Betroffene an den Hausarzt oder niedergelassenen Frauenarzt werden. Die Ausnahme: Bei Blutungen oder falls die Schwangere Fruchtwasser verliert, soll Kontakt zur Klinik aufgenommen werden. Wer nach der 22 SSW schwer erkrankt ist, soll sich zunächst an den Kreißsaal wenden und nicht direkt in die Klinik kommen.

Fieber in der Schwangerschaft

Leichtes und zeitlich begrenztes Fieber ist meist unproblematisch. Liegt die Temperatur über 39 Grad und hält mehr als 24 Stunden an, kann der Körper allerdings überhitzen, für das Ungeborene gefährlich werden und zu vorzeitigen Wehen führen. Hier den Rat des Haus- oder Frauenarztes befolgen.

Schwangerenvorsorge mit positivem Corona-Test

Der jeweilige Frauenarzt soll telefonisch, per Mail oder Fax über den Zustand informiert werden und wird daraufhin das weitere Vorgehen abstimmen. Dasselbe gilt für die Klinik, die für die Geburt ausgewählt wurde. Wichtig: Immer erst telefonisch Kontakt aufnehmen.

Zutritt im Kreißsaal

Zur Geburt darf die Schwangere eine Begleitperson mitbringen. Diese darf keine Symptome aufzeigen. Als solche gelten Husten, Fieber, Halsschmerzen, Gliederschmerzen und Unwohlsein. Es ist nicht möglich, dass die Begleitperson während der Geburt wechselt.

Geburt mit COVID-19

Eine Erkrankung oder der Verdacht wirkt sich nicht auf die Form der Geburt aus. Sollten Schwangerere mit Verdacht oder bestätigtem COVID-19 in das Geburtenzentrum kommen, werden sie räumlich separiert.

COVID-19 und Stillen

In ersten Studien mit an COVID-19 erkrankten Frauen und einer anderen Coronavirus-Infektion sei das Virus in der Muttermilch nicht nachgewiesen worden, schreibt das Helios-Klinikum in seinen Empfehlungen. Fachorganisationen würden das Stillen befürworten, heißt es. Muttermilch könne aber auch abgepumpt und dem Neugeborenen durch eine gesunde Person gegeben werden. Hierbei ganz besonders auf Händehygiene achten.

Helios-Klinikum Buch
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe (030) 940 15 33 45
Notfallzentrum: (030) 940 15 33 33
Kreißsaal: (030) 940 15 33 30
Corona-Hotline: (030) 812 34 56

Datum: 27. März 2020, Text: Susanne Hansch/Red., Bild: Thomas Oberländer/Helios Kliniken