Wegen Corona: Berliner Tierheim unter Druck

Das Spendenaufkommen sinkt – die Herausforderungen steigen.

In Zeiten von Corona steht auch das Tierheim Berlin vor großen Herausforderungen. Zur Sicherheit der Tierpfleger musste das Areal bereits vor zwei Wochen für den Besucherverkehr schließen. Tiervermittlungen sind seitdem nur noch mit Termin möglich und gehen stark zurück. Jetzt rechnet der Tierschutzverein für Berlin (TVB) mit einem Einbruch des Spendenaufkommens, aus dem sich der Tierheim-Betrieb fast ausschließlich finanziert. Engpässe stehen unter anderem bevor, falls die amtliche Tiersammelstelle im Tierheim innerhalb kurzer Zeit viele Tiere von alleinstehenden Corona-Patienten aufnehmen muss. Zusätzlich hat bereits die Geburtensaison bei den Katzen begonnen. Jedes Jahr zieht das Tierheim hier Hunderte von ungewollten Katzenkindern auf und vermittelt sie in gute Hände – das dürfte dieses Jahr noch schwieriger werden als sonst.

Versorgung vorplanen

Wer wegen des Corona-Virus unter Quarantäne steht, darf auch mit seinem Hund nicht mehr Gassi gehen. Daher sollten Hundehalter möglichst jetzt schon vorsorgen und Nachbarn, Verwandte oder Freunde für den Fall der Fälle um Hilfe bitten. Meistens sollte es möglich sein, sollte es zur Quarantäne kommen, die Versorgung von Haustieren privat zu organisieren. Außerdem bieten Tierpensionen adäquate Unterbringungsquartiere.
Spender gesucht. Problematisch wird für den Tierschutzverein, neben den möglichen Neuaufnahmen von Tieren und die erschwerte Vermittlung, vor allem die Spendenakquise.

Schweren Herzens musste man bis auf Weiteres sämtliche Veranstaltungen absagen, darunter den Trödelmarkt, ein beliebtes Hundeseminar und sogar das gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund organisierte Tierschutz-Festival. Es hätte im Mai stattfinden sollen. In der Vergangenheit hatten regelmäßig über 10.000 Menschen das Festival besucht. Statt mit solchen Veranstaltungen und Aktionen Spenden einzusammeln, auf die das Tierheim dringend angewiesen ist, werden vermutlich bald mit weniger Geld noch mehr Tiere als sonst zu versorgen sein. „Trotz der bedrückenden Lage geben wir weiterhin allen Tieren in Not ein trockenes Plätzchen und lassen ihnen unsere Fürsorge zukommen. Wir beraten bestmöglich besorgte Tierhalter in dieser Krisensituation“, erklärt Eva Rönspieß, die stellvertretende Vorsitzende des TVB. „Wir wünschen allen Gesundheit und hoffen, dass Tierfreunde uns auch in dieser sorgenvollen Zeit finanziell unterstützen und unsere Tiere nicht vergessen.“

Keine Gefahr

Übrigens: Es gibt keinerlei Hinweise dafür, dass Haustiere das Corona-Virus übertragen oder selbst daran erkranken können. „Leider hält sich dieses Gerücht weiterhin und stellt damit auch eine Belastung für die Tierheime dar, wenn besorgte Menschen in Erwägung ziehen, ihre Tiere vorsorglich abzugeben. Dafür gibt es keinen Grund“, betont Eva Rönspieß.

Datum: 25. März 2020, Text: Red., Bild: Stefan Bartylla